Morgen & Morgen kürt die besten EU-Versicherungen

Martin Thaler Versicherungen Top News

Ob die Erwerbsunfähigkeitsversicherung eine Alternative zur BU-Versicherung darstellt, ist unter Vermittlern umstritten. Eine neue Analyse von Morgen & Morgen zeigt nun, dass sich auch die Versicherer aus dem Segment zurückziehen.

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Welche EU-Versicherungen aufgrund ihrer Bedingungswerke überzeugen konnten, untersuchte nun das Analysehaus Morgen & Morgen. Bild: Pixabay/geralt

Die eigene Arbeitskraft gehört abgesichert! Über diese Aussagen besteht – vollkommen egal, bei wem man nachfragt – große Einigkeit: Wer die Möglichkeit hat, diese zu für ihn vertretbaren Konditionen über eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzusichern, sollte diese ergreifen.  

Komplizierter wird es, wenn dem Versicherungsnehmer bzw. der Versicherungsnehmerin besagter „Königsweg“ versperrt bleibt. Ob Grundfähigkeits-, Dread-Disease- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherungen tatsächlich als Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung angepreist werden sollten, ist unter Maklern umstritten.  

Auf bislang wenig Resonanz beim Kunden aber auch bei Vermittlern scheint dabei die Erwerbsunfähigkeitsversicherung zu stoßen: Sie springt ein, wenn der Versicherungsnehmer nicht mehr in der Lage ist, drei Stunden am Tag irgendeinem Beruf nachzugehen.

Weniger Tarife am Markt

Doch wie aktuelle Umfragen zeigen, spielt die Erwerbsunfähigkeitsversicherung im Vermittler-Alltag nur eine untergeordnete Rolle. Und auch die Versicherer selbst scheinen immer weniger auf das Produkt zu setzen, wie ein aktuelles Rating des Analysehauses Morgen & Morgen zeigt: Statt 24 Tarife wie im Jahr 2019 konnten die Analysten in diesem Jahr nur 18 Tarife genauer unter die Lupe nehmen.  

„Kaum verständlich, dass die Erwerbsunfähigkeitsversicherung ein Schattendasein fristet und die Anzahl der Tarife sogar zurückgeht,“ zeigt sich Andreas Ludwig, Bereichsleiter Rating & Analyse bei Morgen & Morgen, erstaunt. So sei die Erwerbsunfähigkeitsversicherung neben der BU-Versicherung die einzige Möglichkeit, die eigene Arbeitskraft wirklich abzusichern – und das zu wesentlich günstigeren Konditionen. Während eine Dachdeckerin für den günstigsten BU-Tarif 135,85 Euro zahlen müsste, käme sie beim günstigsten EU-Tarif gerade einmal auf einen monatlichen Beitrag von 51,58 Euro, rechnet Morgen & Morgen vor.  

Bei anderen Produkten, wie der Grundfähigkeiten-Versicherung, seien hingegen nicht die Einkommenserzielung, sondern bestimmte gesundheitliche Ereignisse, leistungsauslösend. Sollte ein Ereignis eintreten, das es dem Versicherungsnehmer unmöglich macht, einer Arbeit nachzugehen, das jedoch nicht als leistungsauslösend definiert ist, drohe dem Versicherungsnehmer eine Lücke im Versicherungsschutz.  

Nichtsdestotrotz gilt auch die Erwerbsunfähigkeitsversicherung vielen Vermittlern nicht als wirkliche Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung. Makler Gerd Kemnitz macht in seinem Blog auf den aus seiner Sicht unzureichenden Schutz der Arbeitskraft durch eine EU-Versicherung aufmerksam: So sei die statistische Wahrscheinlichkeit, berufsunfähig zu werden, wesentlich höher als die, erwerbsunfähig zu werden. So zeigten die Daten eines von Kemnitz nicht genannten Versicherers, dass die Wahrscheinlichkeit einer Berufsunfähigkeit für einen 25-jährigen Fliesenleger bei 65,1 Prozent liege – die Wahrscheinlichkeit einer Erwerbsunfähigkeit hingegen nur bei 27,8 Prozent. Heißt: Selbst wenn besagter Fliesenleger berufsunfähig werden sollte, ist die Chance hoch, dass er keine Leistungen aus einer EU-Versicherung erhält.  

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