Diese Themen will der Verbraucherschutz nach der Bundestagswahl durchsetzen

Florian Burghardt Berater Versicherungen Top News

Altersvorsorge, Pflegeversicherung, digitaler Versicherungsvertrieb – für diese und andere Bereiche hat der vzbv eine Reihe von Forderungen aufgestellt, die in der kommenden Legislaturperiode durchgesetzt werden sollen. Auch ein Provisionsverbot ist dabei.

Unter anderem will der vzbv um seinen Vorstand Klaus Müller ein Verbot von Provisionen und von Affiliate-Marketing für den digitalen Vertrieb von Versicherungen und Finanzprodukten erwirken. Bild: vzbv

Unter anderem will der vzbv um seinen Vorstand Klaus Müller ein Verbot von Provisionen und von Affiliate-Marketing für den digitalen Vertrieb von Versicherungen und Finanzprodukten erwirken. Bild: vzbv

Die Verbraucherschützer haben in Deutschland eine laute Stimme. Sie stehen Bürgerinnen und Bürgern in Einzelfällen zur Seite, weisen auf allgemeine Missstände hin und werden in viele politische Entscheidungsfindungen mit einbezogen.

Dass dieses Mitwirken der einzelnen Verbraucherzentralen und verbraucherpolitischen Verbände wichtig ist, hat nun eine vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) eigens in Auftrag gegebene Studie bestätigt. Von den 1.500 Verbraucherinnen und Verbrauchern ab 14 Jahren, die im August 2020 vom Meinungsforschungsinstitut Forsa befragt wurden, sehen 84 Prozent die Politik in der Verantwortung, die Interessen der Verbraucher zu schützen. Gleichzeitig gaben nur 29 Prozent der Befragten an, der Politik beim Thema Verbraucherschutz starkes Vertrauen entgegenzubringen. Am höchsten ist dieses gegenüber der eigenen Familie und Freunden angesiedelt (86 Prozent). Auf dem zweiten Platz finden sich dann mit 68 Prozent die Verbraucherorganisationen.

41 Vorschläge formuliert

Dieses ihnen entgegengebrachte Vertrauen wollen die Organisationen rund um den vzbv auch in der anstehenden Legislaturperiode 2021 bis 2025 bestätigen. Dafür haben sie gemeinsam ihre verbraucherpolitischen Leitlinien definiert. Insgesamt 41 Vorschläge sind darin enthalten, die – so schreibt es vzbv-Vorstand Klaus Müller in seinem Vorwort – Eingang in das nächste Regierungsprogramm finden sollten.

Neben Bildungs-, Ernährungs- und Energieversorgungsthemen finden sich darin auch Forderungen für den Versicherungs- und Finanzdienstleistungsbereich. Zu diesen hat die procontra-Redaktion einmal herausgefiltert, was die Verbraucherschützer nach der Bundestagswahl durchsetzen möchten.

Extrarente, Kredite und mehr: Das plant der vzbv

Extrarente einführen
Beinahe schon ein Klassiker: Die Forderung nach der Einführung eines staatlich organisierten, einfachen, kostengünstigen und rentierlichen Standardprodukts für die private Altersvorsorge. Die Verbraucherschützer halten die bestehenden Möglichkeiten zur privaten Altersvorsorge für zu teuer (Provisionen und Verwaltungskosten) und für zu wenig ertragreich. Vor dem Hintergrund der aktuellen Wirtschaftskrise würde eine gute private Vorsorge mit den begrenzten finanziellen Mitteln der Bürger immer wichtiger. Kosten sparen soll die Extrarente, indem sie direkt über den Arbeitgeber, also ohne Abschlusskosten, den Arbeitnehmern angeboten wird. Sie soll mit „sanftem Zwang“ (opt-out) erfolgen und das Kapital überwiegend in Aktien angelegt werden. Bild: Pixabay/Skitterphoto