Cyberversicherung: Der Markt bewegt sich

Detlef Pohl Berater Zielgruppenansprache Versicherungen

IT-Forensik als wichtigste Assistance-Leistung

Generell sind Assistance-Leistungen – also die technische und rechtliche Unterstützung sowie das Krisenmanagement und die Krisenkommunikation – bei Cybervorfällen ebenfalls ein wichtiger Treiber für Cyberschutz, sagen 62 Prozent der Befragten (2019: 56 Prozent). Die wichtigste Unterstützungsleistung ist dabei laut Studie die IT-Forensik. Bei den meisten Befragten werden diese Leistungen in 42 Prozent der Versicherungsfälle in Anspruch genommen.

Deutlichen Einfluss auf die Nachfrage hat laut Studie auch die Corona-Pandemie. Der Digitalisierungsschub und Ausbau mobilen Arbeitens dürften dafür verantwortlich sein. In vielen Branchen steigt hierdurch die Risikoexposition, was sich positiv auf den Absatz von Cyberschutz auswirkt. So gehen 76 Prozent der Versicherer und 89 Prozent der Vermittler davon aus, dass die Nachfrage durch die Pandemie gestiegen ist.

Was auf Vermittler zukommt

Vermittler sind mit Hilfe von Versicherern verstärkt gefragt, gemeinsam mit ihren Firmenkunden geeignete Lösungen für das Risikomanagement aufzubauen. Die Mehrzahl der Versicherer (71 Prozent) sieht spezialisierte Vertriebe im Vorteil, die tief in die Fachlichkeit der Problemstellung und der AVB einsteigen. Weitere Details nennt die Studie, die gratis bei Assekurata bestellbar ist.

Allerdings glauben nur 36 Prozent der Anbieter, dass ihre Standard-Vertriebswege über ausreichendes Know-how verfügen, um Cyberpolicen vermitteln zu können. Insgesamt folgten die Vertriebswege von Cyberversicherungen den „klassischen“ Strukturen: Im Privatkunden-Segment dominiert der Vertriebsweg Ausschließlichkeit, gefolgt vom Maklervertrieb, im Segment KMU/Gewerbe liegen Ausschließlichkeit und Maklervertrieb in etwa gleichauf und in der Industrie dominiert der Maklervertrieb.

Was andere Untersuchungen zeigen

Laut der BBG-Studie „Gewerbliches Schaden-/Unfallgeschäft 2020“ bleibt die Bedeutung der Schaden- und Unfallversicherung in Deutschland überproportional hoch. Dabei scheinen gewerbliche Cyberpolicen an Bedeutung zuzulegen (von 27,5 Prozent 2019 auf 34,1 Prozent 2020). Vier von fünf Maklern haben bereits Cyberpolicen vermittelt (2019: 71 Prozent).

Nach Angaben der Gothaer KMU-Studie 2021 haben allerdings erst 16 Prozent der Unternehmen eine Cyberversicherung. Dabei sind Hackerangriffe weiter die größte Sorge der für Versicherungen zuständigen Mitarbeiter in den KMU. 46 Prozent der Befragten sehen in einem Angriff auf die Firmen-IT das meistgefürchtete Szenario (Vorjahr: 44 Prozent). Größer könnte der Widerspruch zwischen Angst und Absicherung beinahe nicht sein.

Kürzlich hatte Assekurata gewerbliche Cybertarife untersucht. Von elf Angeboten schnitten drei Tarife sehr gut ab (Cogitanda, Hiscox und Allianz). Die Gothaer wurde nicht untersucht. Ein weiteres Ergebnis: Beim Versicherungsschutz müssen Makler bei Absicherung privater IT im Homeoffice-Einsatz ganz genau hinsehen. „Ein Angriff auf einen Firmenlaptop ist bei der gewerblichen Cyberpolice abgesichert, bei privaten Geräten muss allerdings auf die Bedingungen geachtet werden“, warnt Assekurata.

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