Corona erhöht Leidensdruck der Singles

Anne Mareile Walter Berater Versicherungen

Laut einer aktuellen Studie sorgen Alleinlebende seltener fürs Alter vor und sichern sich finanziell weniger ab als Menschen in einer Beziehung. An dieser Stelle sind Finanzberater gefragt: Sie könnten das selbstbestimmte Leben der Singles unterstützen.

Singles Bild: Adobe Stock/Antonioguillem

In puncto Altersvorsorge und Einkommensabsicherung unternehmen Singles meist weniger als Menschen in Beziehungen. Hier können Berater ansetzen. Bild: Adobe Stock/Antonioguillem

Die Kontaktbeschränkungen im Lockdown setzen vor allem Singles zu: Bei einem Großteil der Alleinlebenden haben laut einer Studie von SwissLife durch die Corona-Pandemie die psychischen Belastungen zugenommen. Damit leidet vor allem eine Bevölkerungsgruppe, bei der die Absicherung der eigenen Arbeitskraft dringend geboten ist.

Beratungsbedarf in puncto Vorsorge

„Unsere Erfahrung in der Kundenbetreuung zeigt: Gerade wenn Menschen allein leben, ist eine gute Vorsorge wichtig, weil kein Partner im Ernstfall finanziell unterstützend eingreifen könnte. Finanzberatern kommt deshalb die gesellschaftlich wichtige Aufgabe zu, diesen Menschen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen“, sagt Swiss Life-Geschäftsführer Stefan Kuehl. Und der Bedarf nach Beratung ist offenbar da: 63 Prozent der Alleinlebenden sind offen für eine Finanzberatung. 3.131 Menschen ab 18 Jahren, davon 1.200 Singles und knapp 2.000 Menschen in einer Beziehung, wurden im April zu ihrer Lebenssituation und ihrem Vorsorgeverhalten befragt. 62 Prozent von ihnen klagten über psychische Belastungen, aber nur 58 Prozent der Menschen in Partnerschaften. Dabei gaben 52 Prozent der Singles mit psychischen Problemen an, dass ihre Leiden seit der Corona-Pandemie häufiger auftraten. Demgegenüber machten 45 Prozent der Menschen mit Partnern diese Erfahrung.  

Hinzu kommt: Der Nachholbedarf in Vorsorgefragen ist bei Singles offenbar groß. Sie sichern ihr Einkommen seltener ab (elf Prozent), als es Menschen in einer Beziehung tun (17 Prozent). Auch in puncto Altersvorsorge gibt es Unterschiede: Nur 21 Prozent der Alleinstehenden sorgen privat fürs Alter vor, demgegenüber ist dies bei 32 Prozent der Paare der Fall. Wenn Singles in die Vorsorge investieren, dann weniger als Menschen in einer Partnerschaft. 150 Euro halten 51 Prozent der Alleinlebenden und 57 Prozent der Paare für ausreichend, um die gewünschte Lebensqualität im Alter zu realisieren. Tatsächlich investieren diese Summe aber nur 33 Prozent der Paare und 23 Prozent der Singles. „Wunsch und Wirklichkeit für den Lebensabend klaffen sowohl bei Singles als auch bei Partnern auseinander. Nur ist die Lücke bei Singles größer. Darauf gilt es in einer Beratung hinzuweisen“, rät Swiss-Geschäftsführer Kuehl.  

Selbstbestimmte Singles investieren mehr

Ein weiteres Ergebnis der Erhebung: Über einen Kamm scheren lassen sich die Ein-Personen-Haushalte nicht. Wer sich bewusst für das Single-Dasein entschieden hat, sorgt häufiger vor (25 Prozent) als Singles, die unfreiwillig alleine sind (21 Prozent). Selbstbestimmte Singles investieren zudem höhere Summen in ihre Vorsorge, um sich so ihren Wunschtraum vom Lebensabend zu erfüllen. 25 Prozent von ihnen nehmen dafür mehr als 150 Euro in die Hand. Bei den Singles wider Willen sind es nur 21 Prozent. Hier können Berater ansetzen.