BVK: Kampfansage an den GDV

Martin Thaler Berater Versicherungen Top News

Während zur Zukunft der staatlich geförderten Altersvorsorge die Positionen wohlbekannt waren, überraschte Grünen-Mann Schmidt bei der Diskussion zum Dauerthema Vergütung. Zur Erinnerung: Die Grünen haben ihrem Programmentwurf zur Bundestagswahl das Ziel formuliert, die Finanzberatung „vom Kopf auf die Füße zu stellen“ – sprich die provisionsbasierte Vergütung durch ein Honorarmodell abzulösen. Wesentlich konzilianter klang das, was Schmidt an diesem Freitag sagte. Von einer Ablösung des Provisionsmodells war während der Diskussionsrunde keine Rede mehr, stattdessen sprach sich Schmidt für einen stärkeren Wettbewerb zwischen Honorar- und Provisionsvergütung aus.  

Schmidt gestand ein, dass das bestehende Konzept noch nicht zu Ende gedacht sei – beim Wahlprogramm mit der strittigen Kopf-zu-Fuß-Passage handele es sich ja auch lediglich um einen Entwurf, nicht um das endgültige Programm.  

Verbrauchern die Wahl lassen

Dennoch sprach sich Schmidt dafür aus, dem Verbraucher stärker die Wahl zu lassen. Derzeit werde die Honorarberatung von diesem schlicht nicht wahrgenommen, das müsse sich ändern. Zwar zeigte sich Schmidt überzeugt, dass das Honorarmodell von einem Großteil der Verbraucher angenommen werden würde, gestand aber zu, dass es durchaus Teile innerhalb der Gesellschaft geben würde, die man mit diesem Modell nicht erreichen würde. Zu dieser Gruppe gehörten laut Brodesser vor allem diejenigen Menschen, die Hilfe bei der Altersvorsorge besonders nötig hätten. „Diese werden von der Honorarberatung nicht abgeholt“, so Brodesser, der nachlegte: „Die Provisionsberatung liefert die besten Ergebnisse für die Zukunft.“  

Aussagen, die für den Großteil der weiteren Gesprächsteilnehmer Wasser auf die Mühlen waren. Heinz wies darauf hin, dass der Verbraucher besagte Wahl doch schon längst hätte – das die Wahl dabei überwiegend auf die Provisionsvermittlung falle zeigte das deutliche Missverhältnis zwischen Provisionsvermittlern (200.000) und Honorarberatern (knapp 320). Die Politik solle folglich von einer „Zwangsbeglückung der Bevölkerung“ absehen.

An eine Zwangsbeglückung glaubt auch Wirtschaftsjournalist und Fachbuchautor Thomas Ramge nicht – die Frage müsse stattdessen marktwirtschaftlich gelöst werden. Ganz vom Tisch wischen dürfe man die Problematik allerdings nicht – so habe er selbst drei Fälle erlebt, in denen der Vermittler nicht im besten Interesse für ihn, den Kunden, sondern aus Eigeninteressen heraus handelte und ihm unter anderem bei der Wahl der Krankenversicherung falsch beraten habe.  

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