BU-Studie: Viel Gegenwind für Premiumcircle

Florian Burghardt Berater Versicherungen Top News Meistgeklickt

Eine Studie des Premiumcircle sorgt seit Tagen für viel Aufruhr. Die Antrags- und Leistungsbearbeitung der Berufsunfähigkeitsversicherer in Bezug auf Corona kommt darin schlecht weg. Nun haben Kritiker der Studie gemeinsam Stellung bezogen.

Der Premiumcircle wirft seinen Kritikern wiederum vor, die konkreten Studienergebnisse gar nicht zu kennen. Bild: Pixabay/RyanMcGuire

Der Premiumcircle wirft seinen Kritikern wiederum vor, die konkreten Studienergebnisse gar nicht zu kennen. Bild: Pixabay/RyanMcGuire

„Klarstellung zu Falschaussagen über das Absicherungsniveau von Berufsunfähigkeitsversicherungen“ lautet die Überschrift einer aktuellen öffentlichen Stellungnahme des Zukunft für Finanzberatung e.V. (ZfF). Der 2018 gegründete Zusammenschluss aus verschiedenen Branchenverbänden und -dienstleistern stört sich stark an einer Studie, die das Beratungsunternehmen Premiumcircle durchgeführt und am Montag veröffentlicht hat. Die BU-Anbieter würden dadurch in ein falsches Licht gerückt. Premiumcircle würde „augenscheinlich populistische Schlüsse aus unzureichender Datenlage“ ziehen, heißt es.

Die umstrittene Studie hat sich mit den Bereichen der Antragsannahme und Leistungsbewilligung in der BU vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie beziehungsweise von Covid-19-Erkrankungen beschäftigt. Das Fazit für die untersuchten Lebensversicherer fällt dabei sehr vorwurfsvoll aus:

Im Antragsprozess gibt es aktuell keine spezifizierten, verständlichen und transparenten Gesundheitsfragen im Zusammenhang mit COVID-19. Im Gegenteil, die unternehmensindividuelle Auslegung, Einschätzung und Bewertung auf Basis der bereits vor der Pandemie vorhandenen pauschalen Gesundheitsfragen erhöht das Risiko einer vorvertraglichen Anzeigepflichtverletzung für Versicherungsinteressenten und Vermittler teilweise erheblich.

Und:

Im Leistungsfall sorgen die in den Allgemeinen Versicherungsbedingungen unverändert etablierte Fülle von unverbindlichen Formulierungen und unbestimmten Begriffen dafür, dass es auch für die Auswirkungen von COVID-19 im BU-Leistungsprozess keine einheitlichen und verbindlichen Leitplanken gibt. Das Ergebnis der Leistungsprüfung ist weiterhin eine unternehmensindividuelle und einzelfallabhängige Blackbox. Das Risiko einer Leistungsablehnung ist durch COVID-19 teilweise deutlich erhöht.

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