BU-Fakten: Die richtige Rentenhöhe und die Realität

Detlef Pohl Berater Versicherungen Top News

Was kommt nach der BU-Rente?

"Wer mit 38 oder 40 gesundheitlich aus der Kurve fliegt, wird wohl oder übel dem Staat im Alter auf der Tasche liegen", prognostiziert Looman. „Die Versorgung im Alter würde zusätzlich zum BU-Schutz noch mal 276 Renten von mindestens 3.000 Euro erfordern, wenn der Anwalt 90 wird“, legt er den Finger in die Wunde. Dabei ist die Inflation noch nicht mal berücksichtigt. Doch woher nehmen und nicht stehlen?

Um dieses Risiko mit abzudecken, ist neben der BU-Police eine Fondspolice mit Beitragsbefreiung im BU-Fall der Klassiker. Die tatsächlichen Renditen hält Looman jedoch meist für ein Armutszeugnis, obwohl der Anwalt im Beispielfall für die Alterssicherung per Fondspolice noch mal rund 950 Euro Monatsbeitrag , bezahlen müsste. Das lohne nur, wenn die Fonds nachhaltig 6,0 Prozent abwerfen und so die Lücke ungefähr decken, kritisiert Looman. Macht zusammen 1.200 Euro Monatsbeitrag für Altersvorsorge und BU-Fall.

Eine echte Alternative nennt Looman nicht, deutet lediglich den Verzicht auf die Fondspolice an und stattdessen die Anlage ohne Versicherungsmantel - mit weltweit streuenden Fonds, insbesondere ETF. An dieser Stelle zeigt sich, was ein guter Berater mit einem individuell passenden Vorschlag ausmacht – für eine Entscheidung mit Einfluss auf das ganze Leben.

Leistungsfall im Blick behalten

Übrigens: Wichtigstes Leistungskriterium der reinen BU-Police ist Maklern die Produktqualität der Gesellschaft, gefolgt von der Abwicklung im Leistungsfall sowie der Tarifflexibilität, ergab eine BBG-Studie. Knapp 60 Prozent der unabhängigen Vermittler achten bei einer Produktempfehlung auch auf die Leistungsquote der Anbieter.

Kürzlich hat die Ratingagentur Assekurata über ihre Tochter Assekurata Solutions Erwartungen gesunder Kunden bei der BU-Leistungsregulierung unter 500 Inhabern einer selbstständigen BU-Police abgefragt. Wichtigster Service ist eine schnelle Bearbeitung und zügige Entscheidung des Antrags auf BU-Rente, sagen 60 Prozent der Kundenen, die bisher noch nie eine BU-Leistung beantragt hatten.

Das wurde nun in einem zweiten Teil der Untersuchung nachgeholt. Demnach hätten sich Kunden, die einen Antrag auf BU-Rente gestellt haben, rückblickend gewünscht:

  • schnelle Bearbeitung und zügige Entscheidung des Rentenantrags, sagen 47 Prozent,
  • Betreuung durch festen Ansprechpartner: 35 Prozent,
  • regelmäßige Zwischenmeldung; Eingehen auf individuelle Situation: je 26 Prozent,
  • Vor-Ort-Hilfe bei Ausfüllen des Fragebogens zu Leistungsfallprüfung: 24 Prozent.

Nahezu jedem zweiten Kunden dauerte die Leistungsfallbearbeitung insgesamt zu lange. Wichtig sei, "Antragsteller intensiv, im besten Fall persönlich, in die jeweiligen Schritte einzubinden und individuell zu betreuen“, schreibt Juliane Löffler, Senior-Analystin bei Assekurata Solutions.

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