Angeblicher DVAG-Mandantenschutzbrief sorgt für Ärger

Martin Thaler Berater Top News Meistgeklickt

Ein mit dem Logo der DVAG versehener „Mandantenschutzbrief“ sorgt beim Hamburger Maklerpool für Empörung. Makler werden herabgewürdigt, Kunden verwirrt. Doch wer ist der Urheber des Schreibens?

DVAG Bild: DVAG

Ein angeblich von der DVAG verfasster Mandantenschutzbrief sorgt für Ärger. Bild: DVAG

„Manche Berater von Gesellschaften sind nicht darauf bedacht, ihre Kunden zufrieden zu stellen, individuell und optimal zu beraten, sie denken in erster Linie an ihren eigenen Verdienst“.  

Ein Satz, der beim Hamburger Maklerpool Maxpool für Ärger sorgt und von diesem als Verstoß gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) gewertet wird. Zu finden ist dieser in einem sogenannten „Mandantenschutzbrief“ (liegt der Redaktion vor), der angeblich von der Deutschen Vermögensberatung an deren Kunden weitergegeben wird – doch dazu später mehr. 

Im besagten Schreiben wird der Versicherungsnehmer darauf aufmerksam gemacht, dass die vorzeitige Kündigung von Berufsunfähigkeits-, Lebens- und Rentenversicherungen meistens mit erheblichen Vermögensverlust verbunden ist. Makler bzw. andere Vermittler, die den Kunden dennoch empfehlen, die von der DVAG vermittelten Verträge zu kündigen, sollen darum ein mitgeliefertes Schreiben ausfüllen, in dem die durch die Kündigung möglichen Verlusten beziffert werden sollen.  

Zwei Ärgernisse

„Sollten Ihre Vermögensverluste höher sein als von diesem Berater aufgezeigt, übernimmt dieser die Verantwortung für die Verluste. Unterschreibt der ,Berater‘ dieses nicht, besteht die Möglichkeit, dass man Sie übervorteilen möchte“, heißt es weiter im sogenannten Schutzbrief.  

Für Maxpool gibt es in dem Schreiben gleich zwei Ärgernisse. Zum einen die aus dem ersten Satz herauszulesende Herabsetzung bzw. Verunglimpfung von Makler bzw. anderen Vermittlern – ein Verstoß gegen Paragraph 3 Abs. 1 i. V. m. § 5 Abs. 1 Nr. 3 UWG, ist man in Hamburg überzeugt. Zudem würde die Entscheidungsfreiheit des Kunden erheblich behindert.  

Ärgernis Nummer zwei ist das beigefügte Bestätigungsschreiben, in dem der Makler die möglichen Verluste aufführen soll. Was hier als Verlust zu werten ist, bleibt nämlich schleierhaft. „Es ist nicht ersichtlich, worauf sich der anzugebende mögliche Verlust bezieht. Etwa auf die zu zahlenden Prämien? Darüber hinaus wird der Eindruck erweckt, ein möglicher Verlust könne fest errechnet werden. Wie soll ein Berater die negative Entwicklung eines Fonds errechnen können? Für einen Vertragswechsel sind viel mehr Kriterien als nur ein möglicher Verlust maßgebend. Das Bestätigungsschreiben ist somit undifferenziert“, erklärt Sevilay Srouji, Syndikusanwältin von Maxpool.  

Seite 1: Fragwürdiger Mandantenschutzbrief
Seite 2: Wer ist der Verfasser?