Welche Lebensversicherer 2020 ihre Beitragseinnahmen steigerten

Martin Thaler Versicherungen Top News

Trotz widriger Umstände konnten die Lebensversicherer ihr gutes Vorjahresergebnis halten. Allerdings gibt es deutliche Unterschiede bei der Frage, wie die einzelnen Unternehmen durch das Krisenjahr 2020 navigierten.

Beitragsentwicklung Lebensversicherer Bild: Pixabay/geralt

Die Lebensversicherer bewältigten das Ausnahmejahr 2020 höchst unterschiedlich. Bild: Pixabay/geralt

Am Vertrauen der Deutschen in die Lebensversicherung kann auch die Corona-Pandemie nichts ändern. Auch 2020 erfreuten sich die deutschen Lebensversicherer guter Geschäfte: Zwar sank aufgrund verschobener Beratungstermine die Zahl neu abgeschlossener Verträge um gut 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, bei den Bruttobeitragseinnahmen verzeichneten die Versicherer jedoch kaum Einbußen – das Rekordergebnis des Vorjahres konnte damit beinahe gehalten werden. Mit Einnahmen von 102,7 Milliarden Euro lag die Branche nur 0,4 Prozent unter dem Vorjahresniveau (103,2 Milliarden Euro). Beim Geschäft mit Einmalbeiträgen konnten die Versicherer sogar zulegen: Hier stiegen laut Zahlen des Branchenverbands GDV die Einnahmen sogar um 0,4 Prozent auf 38,3 Milliarden Euro (2019: 38,1).  

Zwar meisterten einzelne Versicherer das Ausnahmejahr 2020 souveräner als andere, „existenzielle Einbrüche beim Neugeschäft gab es nirgendwo“. Zu diesem Schluss kommt die aktuelle Neugeschäftsumfrage der Zeitschrift für Versicherungswesen (ZfV).    

Große Unterschiede

Dass einige Versicherer im Vergleich zum Vorjahr deutliche Abstriche bei den Beitragseinnahmen verzeichneten, liege vor allem im Einmalgeschäft begründet, erklärt ZfV-Chefredakteur Marc Surminski. Hier fallen die Unterschiede enorm aus: So gab die Zurich beispielsweise im März bekannt, dass sich das Geschäft mit Einmalbeiträgen 2020 im Vergleich zum Vorjahr um gut 26 Prozent verringert habe. Bei der HanseMerkur steht hingegen ein Plus von 272,3 Prozent in den Büchern.  

Rückschlüsse auf die Attraktivität der jeweiligen Angebote erlauben diese Zahlen allerdings nicht – schließlich hänge hier die Neugeschäftsentwicklung auch mit der Antwort auf die Frage zusammen, wie viel Einmalbeitrags-Neugeschäft sich die Versicherer zutrauen.  

Betrachtet man die 20 beitragsstärksten Lebensversicherer, ergeben sich in der Geschäftsentwicklung deutliche Unterschiede: Die Spannbreite bei den Bruttobeitragseinnahmen 2020 lag hier zwischen -9,9 Prozent (Zurich) und +17,8 Prozent (Bayern Versicherung).  

Insgesamt konnte die Allianz ihre dominierende Rolle auf dem Lebensversicherungsmarkt verteidigen: Mit rund 26 Milliarden Euro sammelten die Münchener mehr Beiträge ein als ihre fünf schärfsten Verfolger zusammen. Allerdings konnte die R+V – die Nummer zwei der Branche – die Lücke zum Branchenprimus 2020 zumindest ein wenig schließen. So konnte die R+V die Beitragseinnahmen im Lebensversicherungsgeschäft 2020 um 14 Prozent auf 7,404 Milliarden Euro steigern. Bei der Allianz sanken sie hingegen um rund fünf Prozent auf 26,007 Milliarden Euro. Die Münchener hatten diesen Rückgang mit der Corona-bedingten Zurückhaltung der Vorsorgesparer begründet.  

Neun der 20 größten Lebensversicherer mit Einbußen

Von den 20 größten Lebensversicherern spürten neben der Allianz auch acht weitere Versicherer diese Zurückhaltung – bei ihnen sanken die Beitragseinnahmen. Die größten Einbußen verzeichneten neben der Zurich die Provinzial Nordwest (- 9,3 Prozent), die Sparkassen Versicherung (-6,6 Prozent), die Allianz (-5,4), Proxalto (- 3,4 Prozent), die HDI (- 3,1) sowie die Signal Iduna (- 1,5 Prozent).  

Elf Versicherer konnten jedoch auch 2020 ihre Beitragseinnahmen weiter steigern. Neben Bayern Versicherung (17,8 Prozent) und R+V (14 Prozent) verzeichneten vor allem Cosmos Life (+ 5,4 Prozent), Alte Leipziger (+ 3,8 Prozent), Swiss Life (+ 3,6 Prozent) und Württembergische (2,9 Prozent) besonders große Zuwächse.

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