Todesfallvorsorge: Jeder Zweite unterschätzt die Bestattungskosten

Florian Burghardt Berater

Wie teuer ist eine durchschnittliche Beerdigung? Zwei Drittel der Deutschen unterschätzen die Kosten oder haben überhaupt keine Vorstellung davon, zeigt eine Umfrage. Vorgesorgt habe noch kaum jemand, der Beratungsbedarf sei groß.

Sarg, Grabstelle, Trauerfeier: Jeder Achte hat keine Vorstellung davon, wie viel Geld eine Beerdigung im Durchschnitt kostet. Bild: Pixabay/carolynabooth

Sarg, Grabstelle, Trauerfeier: Jeder Achte hat keine Vorstellung davon, wie viel Geld eine Beerdigung im Durchschnitt kostet. Bild: Pixabay/carolynabooth

Der Tod ist hierzulande kein völliges Tabuthema. Immerhin drei von vier Deutschen haben sich schon einmal Gedanken über ihren eigenen Tod gemacht. Das geht aus einer Yougov-Umfrage im Auftrag der Dela Lebensversicherung hervor, für die im vergangenen Herbst 1.036 Personen ab 18 Jahren bevölkerungsrepräsentativ befragt wurden.

Knapp die Hälfte der Befragten hat sogar schon genauere Vorstellungen von ihrer Trauerfeier. Schließlich gilt es sich nicht nur zwischen Erdgrab und Urne, sondern auch für Location, Musik und Gästeanzahl der letzten Feierlichkeit zu entscheiden.

Hier liegen die Befragten bei der Einschätzung der anfallenden Kosten teilweise weit auseinander. So glauben 16 Prozent, dass eine durchschnittliche Bestattung bis maximal 3.000 Euro kostet. Der Großteil der Befragten (34 Prozent) verortet die nötigen Ausgaben zwischen 3.000 und 5.000 Euro. Nur etwa jeder Vierte liegt mit seiner Einschätzung richtig und 13 Prozent gaben an, keinerlei Vorstellung von den Kosten einer Beerdigung zu haben. Die tatsächlichen Kosten würden laut Lebensversicherer Dela zwischen 6.000 und 8.000 Euro liegen.

Chance für Vermittler

Trotz bereits konkreter Überlegungen zur eigenen Trauerfeier sowie einem nicht unerheblichen Kostenpunkt, hätten bislang nur sieben Prozent der Deutschen in irgendeiner Form selbstbestimmt für die Folgen des eigenen Todes vorgesorgt, betonen die Studienautoren. Das hängt unter anderem damit zusammen, dass 40 Prozent der Befragten glauben, es gebe nicht „das richtige Alter“, um sich mit der Todesfallvorsorge zu beschäftigen.

Doch die fehlende Vorsorge sei kritisch zu betrachten, da diese finanzielle und organisatorische Folgen für die Hinterbliebenen mit sich bringt, findet Walter Capellmann, Hauptbevollmächtigter der Dela Lebensversicherungen in Deutschland. Die Erkenntnisse aus der Studie würden für Vermittler erheblichen Beratungsbedarf unter den Verbrauchern offenlegen. Zumal nur jeder Fünfte, der bereits vorgesorgt hat, dies auf Empfehlung seines Versicherungsmaklers getan hat.

Gefragt nach den Möglichkeiten, um für ihre Bestattung vorzusorgen, hielten 50 Prozent der Teilnehmer eine Sterbegeldversicherung für geeignet. „Die Sterbegeldversicherung zählt als zweckgebundene Versicherung zum Schonvermögen und steht damit in jedem Fall zur Verfügung“, so Capellmann.

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