Stock Picking: Diese Unternehmen sind besonders aussichtsreich

Stefan Terliesner Investmentfonds

Alexander Mozer, Chief Investment Officer der Fondsgesellschaft Ökoworld und Manager des Ökoworld Growing Markets 2.0, über die Folgen von Corona in Schwellenländern und weshalb deren Wachstumsgeschichte weiter geht.

Alexander Mozer, Chief Investment Officer der Fondsgesellschaft Ökoworld und Manager des Ökoworld Growing Markets 2.0.

Alexander Mozer, Chief Investment Officer der Fondsgesellschaft Ökoworld und Manager des Ökoworld Growing Markets 2.0. Bild: Picdrop/Andreas Endermann

procontra: Herr Mozer, wie haben sich die Aktienmärkte in den Schwellenländern zuletzt entwickelt?

Alexander Mozer: Nach dem Corona-Crash kam die Hausse. Der MSCI Emerging Markets Index hat die alten Höchststände hinter sich gelassen und stieg stärker als beispielsweise der MSCI World Index. In Asien gab es einige Länder, die nur kurze Lockdowns hatten. Die Schwellenländer waren zum Teil deutlich schneller und pragmatischer als die entwickelten Länder, ohne dabei auf einen effektiven Virenschutz zu verzichten.

procontra: Asien hat offenbar viel Erfahrung im Umgang mit Seuchen. Länder wie Brasilien und Indien allerdings sind schwer betroffen von der Corona-Krise. Sind Investments allein deshalb nicht schon zu riskant?

Mozer: Definitiv nicht. Vergleicht man die historische Volatilität der Leitindizes sieht man, dass Brasilien und Indien, aber auch viele andere Schwellenländer, häufig eine niedrigere Volatilität hatten als beispielsweise der deutsche Dax. Darüber hinaus gibt es aktuell einige Entwicklungen, von denen die Schwellenländer profitieren. Häufig exportieren diese Länder viele Rohstoffe und so helfen ihnen die zuletzt gestiegenen Preise dabei die negativen Auswirkungen der Pandemie auf die Wirtschaft zu dämpfen. Außerdem hat sich nichts daran geändert, dass das Wirtschaftswachstum in den Schwellenländern deutlich stärker ist als in entwickelten Regionen.

procontra: Sie sagen ja selbst, dass die Schwellenländerbörsen zuletzt gut gelaufen sind. Woher soll weiteres Kurssteigerungspotenzial kommen?

Mozer: Die Bevölkerung der meisten Schwellenländer ist im Durchschnitt deutlich jünger als die der entwickelten Welt. Dadurch ist auch der Anteil der arbeitenden Bevölkerung größer, was zu einem höheren Binnenkonsum und einem größeren Wirtschaftswachstum führt. Die Mittelschicht wächst stark. Nicht zu verhehlen ist dabei natürlich, dass aufgrund des hohen Arbeitskräfteangebots die Löhne sowie die Arbeitsbedingungen in vielen Ländern noch deutliches Verbesserungspotenzial haben.

procontra: Was können Sie über den von Ihnen verwalteten Schwellenländerfonds berichten?

Mozer: Unser Ökoworld Growing Markets 2.0 partizipierte in hohem Maße von der positiven Entwicklung in den Schwellenländern. Anfang 2020, als die Börsen starke Verluste erlitten, haben wir durch unsere strenge Verkaufspolitik schnell Unternehmen veräußert, die in hohem Maße negativ von den Pandemieauswirkungen betroffen waren. Dadurch haben wir eine signifikante Kassenposition aufgebaut, die wir in der darauffolgenden Erholungsphase nutzten, um in Unternehmen zu investieren, die wir im Zuge unseres Investmentprozesses als vielversprechend identifiziert haben.

procontra: Welchen Investmentansatz verfolgen Sie?

Mozer: Wir suchen gezielt aussichtsreiche Einzelwerten. Unser Stockpicking Ansatz in Verbindung mit der Möglichkeit Kasse aufzubauen, ist ein klarer Vorteile gegenüber ETF-Produkten, die in der Regel sehr starr sind. Seit Auflage am 17. September 2012 bis Ende Januar 2021 ist der Fonds nach Kosten um 172 Prozent gestiegen. Der MSCI Emerging Markets Index hat in derselben Zeitspanne eine Performance von knapp 73 Prozent erreicht. Im Corona-Jahr 2020 erzielte unser Fonds nach Kosten ein Plus von 34 Prozent; der MSCI Emerging Markets kam auf 8,5 Prozent.

procontra: Was ist die Basis für die Outperformance Ihres Fonds?

Mozer: Die Grundidee des Fonds ist es, an der steigenden Binnennachfrage der Emerging Markets zu partizipieren. Die erste Wachstumswelle in den Schwellenländern wurde vom Export getrieben – die Stichworte dazu lauten: verlängerte Werkbank und Rohstoffe. Mittlerweile ist das Wohlstandsniveau so gestiegen, dass viele Unternehmen im eigenen Land hohe Wachstumsraten erzielen. Diese zweite Welle meinen wir mit dem Zusatz „2.0“ im Fondsnamen und die entsprechenden Länder nennen wir nicht Emerging Markets sondern Growing Markets.

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