Risikoleben: Corona treibt Neugeschäft

Anne Mareile Walter Versicherungen

Die Sterberate ist im Coronajahr 2020 in die Höhe geschossen – parallel gab es bei den Versicherungssummen der Risikolebensversicherungen einen ordentlichen Zuwachs. Vor allem Ärzte, Lehrer und Polizisten beschäftigten sich während des Lockdowns mehr als sonst mit der Frage, wie die Familie im Fall des eigenen Todes finanziell abzusichern ist.

Risikoleben Bild: Adobe Stock/Robert Kneschke

Vor allem Menschen in Berufen mit erhöhtem Infektionsrisiko entschlossen sich 2020 für den Abschluss von Risikolebensversicherungen. Bild: Adobe Stock/Robert Kneschke

Ein gestiegenes Risikobewusstsein und mehr Zeit während des Lockdowns – aus mehreren Gründen sicherten sich im Coronajahr 2020 mehr Menschen mit einer Risikolebensversicherung (RLV) ab und sorgten so für einen Anstieg beim Neugeschäft. Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich bei den über Check24 abgeschlossenen RLV die durchschnittliche Versicherungssumme um acht Prozent. Gleichzeitig hat die Pandemie offenbar bereits Spuren in der Bevölkerungsstatistik hinterlassen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) lag die Zahl der Sterbefälle im Jahr 2020 um fünf Prozent über der Vorjahresrate.

Anstieg der Todesrate auch durch das Schaltjahr

Insgesamt 986.000 Gestorbene registrierte das Destatis, 46.000 mehr als 2019. Durch den zusätzlichen Tag im Schaltjahr 2020 starben während des Coronajahres 3.000 Menschen mehr als im Jahr davor. Ein Anstieg um ein bis zwei Prozent sei normalerweise zu erwarten gewesen. Parallel zog 2020 das Neugeschäft mit den Risikolebensversicherungen an: Von 190.000 im Jahr 2019 auf 205.000 Euro erhöhte sich die durchschnittliche Versicherungssumme bei Check24.

Björn Zollenkop, Geschäftsführer Vorsorgeversicherungen bei dem Vergleichsportal, erklärte dazu: „Besonders groß war die Steigerung der abgeschlossenen Versicherungssummen während der ersten Corona-Welle.“ Damals sei in vielen Beratungsgesprächen deutlich geworden, dass die Kunden genauer über den Finanzbedarf ihrer Familie im Falle des eigenen Todes nachgedacht hätten. „Wir haben verstärkt Anfragen von Personen registriert, die sonst sehr in ihre Arbeit eingespannt sind, vor der Pandemie viel unterwegs waren und immer zu beschäftigt, sich um solche wichtigen Themen zu kümmern.“ Während des Lockdowns sei schließlich Gelegenheit gewesen, sich im Homeoffice um die finanzielle Absicherung der Familie zu kümmern.

Viele Gutverdiener schlossen Verträge ab

Ein weiterer Effekt der Krise: Mehr als zuvor hätten sich Personen für eine RLV entschlossen, die durch ihren Beruf einem höheren Infektionsrisiko ausgesetzt sind, Ärzte, Lehrer oder Polizisten beispielsweise. Zudem stieg die durchschnittliche Versicherungssumme auch, weil mehr Menschen mit einem vergleichsweise hohen Einkommen hohe Versicherungssummen anfragten. Vor allem Bankkaufleute, IT-Spezialisten, Ingenieure und Professoren spielten mit dem Gedanken, Angehörigen mit einer RLV finanzielle Absicherung zu bieten. Mindestens das drei- bis fünffache Bruttojahresgehalt der versicherten Person sollte nach Angaben des Vergleichsportals für eine RLV-Versicherungssumme einkalkuliert werden.