Rennpferde als Investment – hohe Rendite trifft hohes Risiko

Martin Thaler Sachwerte Top News

Hierbei sind Zusatzkosten, z.B. für Tierarztbesuche, noch nicht berücksichtigt. Läuft es hingegen wunschgemäß und das Pferd erzielt erste Erfolge bei den richtigen Turnieren kann der Wert innerhalb eines Jahres um 100 Prozent steigen. „In unserem Beispielfall wäre das abzüglich der Kosten für Ausbildung und Versicherung eine Rendite in Höhe von knapp 70 Prozent“, rechnet Jokisch vor.

Anleger, die das Risiko breiter streuen möchten, haben bei Jokisch zudem die Möglichkeit, in einen Pferde-Pool zu investieren. Das Prinzip ist einfach: Statt in ein einzelnes Ross investiert der Pool gleich in eine Vielzahl von Pferden, bei denen sie ein Wertsteigerungspotential zu erkennen glaubt. Wenn ein Pferd die in sich gesteckten Erwartungen nicht erfüllt, kann dieser Ausfall durch die anderen Pferde kompensiert werden. Die betroffenen Pferde müssen dabei nicht zwingend als Totalausfall zu werten sein – „wenn es für die Champions League nicht reicht, kann die 2. Liga immer noch eine Option sein“, greift Jokisch zur Fußball-Analogie.

Nasenfaktor ist entscheidend

Die Renditen können sich laut Jokisch sehen lassen: „Der Pool kommt auf gute zweistellige Renditen pro Pferd“, sagt der Makler aus der Nähe von Kleve, will eine pauschale Aussage jedoch unbedingt vermeiden. „Hier eine konkrete Rendite zu versprechen, ist schlicht und einfach unseriös. Eine Wertentwicklung ist bei Pferden noch schwieriger vorauszusagen als bei Aktien.“ Neben der Wertentwicklung des Pferdes stellen Preisgelder eine weitere Renditechance für die Anleger dar. Gerade bei großen Turnieren sind in den vergangenen Jahren die Preisgelder teils deutlich erhöht worden. Beim Aachener CHIO, dem größten Reitturnier der Welt, werden Preisgelder in Höhe von 3,5 Millionen Euro ausgelobt. Beim traditionsreichen Kentucky Derby erhielt zuletzt der Renn-Sieger 1,86 Millionen Dollar ausgezahlt.

Interessierte Anleger müssen jedoch nicht nur das nötige Kleingeld mitbringen. Denn neben einer Investitionssumme von mindestens 30.000 Euro muss der Anleger auch persönlich überzeugen. „Es muss auch menschlich passen“, macht Jokisch deutlich – der sogenannte Nasenfaktor spiele eine nicht zu unterschätzende Rolle. Ohne ein persönliches Kennlerngespräch mit den übrigen Gesellschaftern ist eine Beteiligung im Pferde-Pool nicht möglich.

Im Ausland sei man in dieser Hinsicht weiter, berichtet Rauscher. In Irland oder England seien schon Beteiligungen an Pferden ab wenigen hundert Euro möglich. „Investitionen für jedes Budget“, sagt Rauscher. In Deutschland gilt das Investment in Stuten und Hengste noch als exotisch. „Das ist kein Investment für jedermann“, bringt es Jokisch auf den Punkt.

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