Rennpferde als Investment – hohe Rendite trifft hohes Risiko

Martin Thaler Sachwerte Top News

Investments in Pferde sind in einigen Ländern gang und gebe, in Deutschland sind die Angebote begrenzt. Anleger setzen auf hohe Gewinne, riskieren jedoch viel.

Rennpferde Bild: Pixabay/babilkulesi

Exotische Anlage-Alternative: Auch Sportpferde können für Investoren interessant sein. Bild: Pixabay/babilkulesi

Wer durch die Fußgängerzone im niedersächsischen Oldenburg spaziert, stößt auf die bronzene Statue eines Pferdes, das mit „Donnerhall“ nicht nur einen Ehrfurcht gebietenden Namen trägt, sondern auch eine beeindruckende Vita sowohl als Sportpferd, vor allem aber als Zuchthengst aufweist. Knapp 600 Nachfahren soll Donnerhall in seinem Leben gezeugt haben, von denen es viele sportlich ebenfalls zu Glanz und Gloria brachten, unter ihnen Weltmeisterschafts- und Olympiateilnehmer. Pferde also, für die Interessierte bereit waren, hohe Preise zu zahlen.  

An dieser Stelle wird das Thema auch für Anleger bedeutsam: Denn Pferde dienen längst nicht mehr nur zum Ausritt, sondern werden in Zeiten niedriger Zinsen auch als Geldanlage interessant. Absolute Toppferde wechseln für Millionenbeträge den Besitzer. Berühmtheit erlangte unter anderem „Totilas“, der oftmals als das berühmteste Dressurpferd der Welt bezeichnet wird und vom ehemaligen Springreiter Paul Schockemöhle im Jahr 2010 für angeblich 10 Millionen Euro gekauft wurde. Verglichen mit dem teuersten Pferd der Welt, „Fusaichi Pegasus“, das einst für kolportierte 70 Millionen US-Dollar den Besitzer wechselte, handelt es sich hierbei jedoch nur um Peanuts.

Perlen finden schwierig

„Der Markt entwickelt sich sehr positiv“, beobachtet Versicherungsmakler Daniel Jokisch, der über sein Unternehmen „Reiter und Ross“ nicht nur Versicherungsschutz für Pferdebesitzer, sondern auch Pferde als Kapitalanlage anbietet. Gerade einheimische Pferde seien international hochgeschätzt. „Die Welt liebt deutsche Pferde, doch gibt es hierzulande immer weniger Pferdezüchter“, sagt Jokisch.

Nicht jedes Pferd setzt aber zum Rendite-Galopp an – im Gegenteil. „Wenn man nur die Medien verfolgt, hört man nur die Geschichten von den Wunderpferden“, mahnt Jokisch, auch im Hinblick auf die große Presseberichterstattung über Totilas vor einigen Jahren. „Totilas ist aber nicht die Regel. Die ganzen Pferde, die es nicht schaffen, bekommt man nur nicht mit“, so Jokisch.

„Alleine im Warmblut-Bereich [Pferde, die für Dressur- und Springwettbewerbe genutzt werden] werden in Deutschland pro Jahr rund 30.000 Fohlen geboren, hinzu kommen rund 700 Fohlen, die sich für den Rennsport eignen“, fasst Pferdeagent Roland Rauscher zusammen. Hinzu komme der zum Teil wesentlich größere ausländische Markt.

Aus dieser schier unübersichtlichen Menge das richtige, da erfolgsversprechende Pferd auszusuchen, ist ohne die entsprechende Expertise kaum möglich. „Da sucht man quasi nach der Nadel im Heuhaufen“, so Rauscher. Stattdessen sind es Spezialisten wie er, die die Auswahl für interessierte Kunden übernehmen und dafür Pferdeauktionen wie in Baden-Baden oder im englischen Tattersalls besuchen. Rauscher hat sich auf Rennpferde spezialisiert – ein wesentlich kleinerer Markt in Deutschland, der somit auch eine höheres Wertseigerungspotential habe. Kunden können bei Rauscher entweder Pferde mit bereits bewiesenem Wert erwerben, die bereits erfolgreich Rennen gelaufen sind und vom Markt eventuell als Deckhengst bzw. -stute angenommen werden.

Die Alternative hierzu sind junge Pferde, man spricht hier von Jährlingen, Absetzern oder Fohlen, oder – einen Schritt weiter – bereits angerittene Pferde. „Das sind Pferde, die bereits im Training, aber noch nicht gelaufen sind“, klärt Rauscher auf.

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