Plattform-Lösungen: Was hat der Makler davon?

Detlef Pohl Digital Berater Top News

Die Mutter des Maklerpools Jung, DMS & Cie will in etwa sechs Jahren der größte Versicherungsmakler in Deutschland sein. Wie das gehen soll und was Makler für das Tagesgeschäft von der Plattformlösung haben, wurde in einem Fachgespräch deutlich.

Der fragmentierte Versicherungsmarkt wird sich konsolidieren und bringt noch viele Plattformen hervor, prophezeit Sebastian Grabmeiner. Bild: JDC

Der fragmentierte Versicherungsmarkt wird sich konsolidieren und bringt noch viele Plattformen im Versicherungsbereich hervor, prophezeit Sebastian Grabmeiner. Bild: JDC

Die Finanzdienstleistungs-Gruppe JDC, zu der auch der Maklerpool Jung, DMS & Cie gehört, hat sich zu einer volldigitalen Plattform entwickelt. Das Know-how zielt auf die Versicherungswirtschaft, aber auch auf Großkunden im Bankensektor ab, und soll zu massivem Umsatzwachstum führen. „Die Gruppe hat 2020 insgesamt 123 Millionen Euro Umsatz erzielt, der 2021 auf 135 bis 142 Millionen Euro ansteigen und sich 2025 gegenüber 2020 sogar mindestens verdoppeln soll“, kündigte Sebastian Grabmaier, Vorstandschef der JDC Group und des Maklerpools, in einem virtuellen Pressegespräch an.

Damit verbindet Grabmeier einen handfesten Anspruch, der Versicherungsmakler aufhorchen lassen sollte: „In fünf bis sieben Jahren könnten wir dann Deutschlands größter Versicherungsmakler sein.“ Nach eigener Aussage habe man schon jetzt die „marktführende Plattformlösung zur Verwaltung von Finanzprodukten und die Top-Lösung für Versicherungsintermediäre“. Über die Daten- und Vertragsverwaltung hinaus trage man durch Digitalisierung zu mehr Effizienz für Backoffice-Dienstleistungen von Finanz- und Versicherungsvermittlern bei.

Einblick in den „Maschinenraum“ der Digitalisierung

Der Einblick in den unternehmerischen „Maschinenraum“ kann auch für Makler hilfreich sein, um sich für die Zukunft aufzustellen. „Dabei zählt die lückenlose digitale Kompetenz vom Backend bis zum Frontend“, erläuterte Grabmeier. Mit vier Produkteinheiten werde die gesamte Wertschöpfungskette abgedeckt. Gemeint sind die technische Pool-Plattform (Jung, DMS & Cie), das Endkunden-Frontend (die App "Alles meins"), der Direktkundenkanal (Geld.de) und der Exklusiv-Vertrieb (Finum). Allein die Plattform (Segment Advisortech) binde Vertriebspartner mit 1,6 Millionen Versicherungskunden und erwirtschaftete zuletzt 102,6 Millionen Euro Provisionserlöse (+11,2 Prozent), sagte Grabmeier.

Im Ausbau der Plattform sieht JDC offenbar den Königsweg zu mehr Marktanteilen im Versicherungsbereich, zu dem aber auch das Endkunden-Frontend mit der App „Alles meins“ (modulare White-Label-Anwendung, abgestimmt auf Versicherer, Großkunden, Banken, Vertriebe, Einzelmakler und Endkunden) beiträgt. Abgerundet wird das Angebot durch das Vergleichs- und Transaktionsportal „Geld.de“ sowie die Finum-Gruppe als Exklusivvertrieb, der Wettbewerber wie DVAG und MLP ins Visier nimmt.

Warum Großkunden im Blick sind

Noch sei der Versicherungsmarkt stark fragmentiert und werde sich konsolidieren, erwartet Grabmeier. „Es kommen noch viele Plattformen im Versicherungsbereich“, prophezeit er. Spannend sei dabei, dass sich die Banken zunehmend für Versicherungen interessieren und Bancassurance damit Fahrt aufnimmt. „Die Bank sieht jeden Geldabgang des Kunden vom Girokonto an den Versicherer“, erinnerte Grabmeier. Über die JDC-Plattform könne die Bank nun Kunden problemlos ansprechen und damit Geschäftsanteile bei Versicherungen generieren.

Insgesamt will man vor allem Großkunden an die Plattform binden, ohne Makler zu vernachlässigen. 2020 wurden dazu Kooperationsverträge mit der Boehringer Ingelheim Secura Versicherungsvermittlung (BI Secura) sowie mit der Insure Direct24 Assekuranz, dem Direktkundenbetreuer der Nürnberger Versicherung, sowie mit der S-Mobile Versicherungsmakler (Sparkasse Bremen) abgeschlossen.

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JDC glaubt, für Makler interessant zu sein

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