PKV-Zusatzversicherungen: Was beim Kunden hoch im Kurs steht

Martin Thaler Berater

Darf's ein bisschen mehr sein? Diese Frage hat nicht nur an der Wursttheke, sondern auch bei der Gesundheitsvorsorge ihre Berechtigung. Welche Versicherungen bei wem besonders gefragt sind, was gegen einen Abschluss spricht und bei wem sich die Kunden beraten lassen, zeigt nun eine neue Studie.

Kapitän Bild: Adobe Stock/Arne Bramsen

Die Gothaer hat untersuchen lassen, welche PKV-Zusatzversicherungen bei den Deutschen hoch im Kurs liegen. Bild: Adobe Stock/Arne Bramsen

„Jeder Wunsch erscheint ganz klein, gegen den, gesund zu sein“, heißt ein Sprichwort, was dem einen oder anderen vielleicht noch von seiner Großmutter bekannt sein dürfte. Entsprechend investieren viele Deutsche in ihre Gesundheitsvorsorge – die Zahl der privaten Zusatzversicherungen steigt seit Jahren deutlich an. Laut PKV-Verband wuchs der Vertragsbestand an Zusatzversicherungen, mit denen Versicherte den Leistungsumfang der Gesetzlichen Krankenversicherung aufstocken wollten, im vergangenen Jahr um 2,4 Prozent auf nunmehr 27,3 Millionen. Doch welche Versicherungen sind beim Kunden gefragt? Was sind die Hauptmotive für den Abschluss? Und wer übernimmt die Beratung? Auf diese Fragen gibt nun eine neue Forsa-Studie im Auftrag der Gothaer Antworten.

Welche Zusatzversicherungen sind gefragt?  

Besonders hoch im Kurs stehen dabei Zahnzusatzversicherungen, wie die Gothaer-Umfrage enthüllt: 77 Prozent der 1.194 gesetzlich versicherten Befragten gaben an, eine Zahnzusatzversicherung abgeschlossen zu haben. Relativ weit verbreitet sind auch stationäre Zusatzversicherungen (37 Prozent), Krankentagegeldversicherungen sowie Brillenversicherungen (jeweils 30 Prozent). Weniger beliebt scheinen indes Pflegezusatzversicherungen (15 Prozent), Heilpraktikerversicherungen (8) und ambulante Zusatzversicherungen.  

Wer schließt Zusatzversicherungen ab?  

Laut Gothaer-Studie sind Zusatzversicherungen besonders bei älteren Menschen gefragt: 77 Prozent der Umfrageteilnehmer über 30 Jahren gaben an, eine Zusatzversicherung abgeschlossen zu haben. Bei den Befragten unter 30 Jahren lag dieser Anteil nur bei 66 Prozent. Zudem scheinen Frauen eher bereit, zusätzlich in ihre Gesundheitsvorsorge zu investieren. Während von ihnen 80 Prozent einen entsprechenden Zusatzschutz abgeschlossen hatten, waren es bei den Männern nur 73 Prozent. Das häufigste Motiv für einen Abschluss war die Vermeidung hoher Zuzahlungen: Drei Viertel der Befragten nannten diesen Grund. Knapp die Hälfte (44 Prozent) will zudem bessere Leistungen in Anspruch nehmen.  

Nicht abgeschlossen – aber in Zukunft?  

Ist der Markt für Zusatzversicherungen in absehbarer Zukunft gesättigt? Könnte man meinen, zumindest wenn man sich an der Gothaer-Umfrage orientiert. 83 Prozent derjenigen, die bislang über keine Zusatzversicherung verfügen, wollen eine solche auch in der Zukunft nicht abschließen. Die Gründe hierfür: Viele (52 Prozent) sind überzeugt, dass die Leistungen aus der GKV ausreichend sind, 29 Prozent glauben, eine Zusatzversicherung zu selten in Anspruch zu nehmen, während sie für 25 Prozent schlicht und einfach zu teuer ist.  

Makler profitieren  

Auch wenn Zusatzversicherungen als vergleichsweise einfaches Versicherungsprodukt gelten, setzen die meisten Befragten dennoch auf eine Beratung durch ihren Versicherungsvermittler. Einen hohen Einfluss hat auch der Familien- und Freundeskreis, dessen Meinung und Ratschläge immer noch 23 Prozent der Befragten für maßgeblich halten. Das Internet tritt als Informationsquelle somit nur ins dritte und vierte Glied: 20 Prozent der Befragten gaben an, sich direkt auf den Webseiten der Versicherer zu informieren, lediglich 16 Prozent nutzten entsprechende Vergleichsportale im Internet oder zogen Testberichte zu Rate.