PIM-Geschäftsführer zu Schadensersatz verurteilt

Martin Thaler Berater Recht & Haftung Sachwerte Highlights 2021

Gibt es Hoffnung für die tausenden geschädigten Anleger des Goldhändlers PIM? Das Frankfurter Oberlandesgericht verurteilte nun einen der ehemaligen Geschäftsführer zu Schadensersatz.

OLG Frankfurt am Main Bild: OLG Frankfurt am Main

Das OLG Frankfurt erließ nun ein erstes rechtskräftiges Urteil, dass die PIM-Verantwortlichen zu Schadensersatz verurteilte. Bild: OLG Frankfurt am Main

Hoffnungsschimmer für die Anleger des insolventen Goldhändlers PIM: Das OLG Frankfurt hat vor Kurzem erstmals in einem rechtskräftigen Urteil einem geschädigten Anleger Schadensersatz in Höhe von 10.000 Euro zugesprochen – darüber berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“.  

Zahlen muss das Geld Mesut P., der ehemalige Geschäftsführer der PIM Gold, der sich zurzeit vor dem Darmstädter Landgericht wegen des Verdachts auf Anlagebetrugs verantworten muss. Die Staatsanwaltschaft wirft P. und dem Mitangeklagten Julius L. vor, ein Schneeballsystem betrieben zu haben und mit neu eingeworbenen Kundengeldern die Zins-Zahlungen finanziert zu haben, mit denen Neukunden der Abschluss von Gold-Investments schmackhaft gemacht werden sollte.  

Im September 2019 meldete das Heusenstammer Unternehmen nach mehreren Razzien schließlich Insolvenz an. Die 7.000 Gläubiger bangen seitdem um ihre Investitionen – denn wohin der Großteil der investierten rund 40 Millionen Euro verschwunden ist, ist weiter unklar. Laut Insolvenzverwalter Dr. Renald Metoja können die Anleger nach derzeitigem Stand damit rechnen, zwischen 15 und 20 Prozent ihrer angemeldeten Forderungen erstattet zu bekommen.  

Vollstreckung dürfte schwierig werden

Das am Frankfurter Oberlandesgericht ergangene Urteil mache nach Ansicht des Bremer Rechtsanwalts Sascha Schiller, der das Urteil erstritten hat, den betroffenen Anlegern Hoffnung, ihren Schaden begrenzen zu können. „Dank des nun rechtskräftigen Urteils können wir die Vollstreckung des Privatvermögens des Angeklagten vorantreiben“, sagte Schiller der FAZ. Zudem werde auf diese Weise verhindert, dass sich der angeklagte PIM-Geschäftsführer durch eine Privatinsolvenz der Forderung entziehen könne.  

Dass die Vollstreckung der Forderung gegenüber dem PIM-Geschäftsführer allerdings schwierig werden dürfte, erklärt Daniel Bauer von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger gegenüber der FAZ. Ihm seien nur wenige Fälle bekannt, in denen eine Insolvenz-Vollstreckung gegen ein früheres Organ in einem Fall von Kapitalanlagebetrug erfolgreich war. In vielen Fällen sei das Geld bereits ins Ausland transferiert worden, so Bauer. Zudem würden Insolvenzverwalter und Staatsanwaltschaften frühzeitig die finanzielle Lage des Unternehmens analysieren und Vermögen arrestieren.  „Privatanleger haben in aller Regel nicht diese Möglichkeiten – falls doch, müssen sie sehr schnell sein“, sagt Bauer.