OIFs: „Segmente Einzelhandel und Hotels schmerzen besonders“

Investmentfonds Top News von Jan Wagner

Die Coronakrise hat auch weitreichende Auswirkungen auf offene Immobilienfonds. Über sinkende Renditen und schwierige Segmente sprach procontra mit Esteban De Lope Fend, Geschäftsführer des Deka Immobilienfondsgeschäfts.

Esteban de Lope Fend, Geschäftsführer Deka Immobilien Bild: Deka

„Die Corona-Krise hat die Performance unserer Immobilienfonds belastet. Sie sind aber für langfristige Anleger konzipiert und daher als Wertanlage auch weiterhin geeignet." Esteban de Lope Fend, Geschäftsführer Deka Immobilien, Bild: Deka

procontra: Corona hat die ohnehin geringen Renditen offener Immobilienfonds weiter geschmälert. Ist die Anlageklasse noch attraktiv?

Esteban de Lope Fend: Die Corona-Krise hat die Performance unserer Immobilienfonds natürlich belastet. Sie sind aber für langfristige Anleger konzipiert und daher als Wertanlage auch weiterhin geeignet. Bei einem Anlagehorizont von idealerweise zehn und mehr Jahren, wird das Produkt nicht unattraktiv, wenn die Rendite mal ein oder zwei Jahre schwächelt. Unsere Fonds performten 2020 durchschnittlich zwischen 1,5 bis 2,5 Prozent. Vor der Krise zwischen 2,5 bis 3,5 Prozent. 2022 wollen wir wieder auf das Vorkrisenniveau zurückkommen.

procontra: Ist es nicht eher ein Muss, auf das Vorkrisenniveau zurückzukommen, damit die Produkte attraktiv bleiben?

de Lope Fend: Nein, unsere offenen Immobilienfonds erwirtschaften trotz Corona bessere Renditen als vergleichbare risikoaverse Anlagen. Wenn die Pandemie überwunden ist, gehen wir davon aus, dass wir 2022 wieder in den Renditekorridor von 2,5 bis 3,5 Prozent kommen. Das ist das Ziel, aber versprechen können wir natürlich nichts, denn noch ist nicht absehbar, wie lange die Corona-Restriktionen anhalten.

procontra: Wo schmerzt es in den Portfolios wegen Corona besonders?

de Lope Fend: Es schmerzt ganz klar in den Segmenten Einzelhandel und Hotels, die in unseren großen Fonds rund 20 bis 30 Prozent ausmachen. Dabei war 2020 der Bereich Einzelhandel stärker betroffen als die Hotels. In diesem Jahr ist es umgekehrt: Der Einzelhandel scheint sich etwas zu stabilisieren, weil er sich auf den Online-Handel ein Stück weit eingestellt hat. Die Hotels haben noch zu kämpfen, weil die Reisemöglichkeiten stark eingeschränkt bleiben. In zwei oder drei Jahren denken wir aber, dass die Hotels sich stark erholen werden.

procontra: Wie sieht es mit den Büroimmobilien aus?

de Lope Fend: Stabil. Wir haben kaum Mieter in der Corona-Krise verloren. Andererseits müssen wir feststellen, dass Corona die Mietpreisdynamik in diesem Segment gestoppt hat. Das Momentum, was wir in dem Segment hatten, haben wir nicht mehr. Dennoch wir sind mit der derzeitigen Entwicklung zufrieden.

procontra: Sind Wohnimmobilien kein Thema? Das Segment boomt.

de Lope Fend: Unsere Expertise liegt bei gewerblichen Immobilien. Wohnimmobilien sind nach einem völlig anderen Geschäftsmodell zu managen. Genau aus diesem Grund spielen Wohnungen bei den von der Deka gemanagten offenen Immobilienfonds keine Rolle. Privatanleger können aber über unsere Partnerschaft mit Swiss Life in einen Wohnimmobilienfonds investieren.

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