Offenlegung: Was 34d-Vermittler jetzt ändern müssen oder nicht

Detlef Pohl Berater IDD Top News

Was Versicherer offenlegen müssen

Für Versicherer gilt: Die Gesellschaften müssen für alle Assets im Sicherungsvermögen die PAI berechnen und ihre Strategien zur Berücksichtigung der Nachhaltigkeitsrisiken offenlegen. Dabei verlassen sich die Versicherer auf die Angaben der Investmentgesellschaften. So würden die Informationen der jeweiligen Asset Manager zur Verfügung gestellt und auf den bekannten Morningstar-Factsheets zu den Fonds neben den Standardinformationen zur Performance auch Informationen dazugestellt, wie gut der Fonds Nachhaltigkeit in der Kapitalanlage berücksichtigt, heißt es bei der Allianz Leben.

In den Beratungsprozess greift die TVO überhaupt nicht ein. Hier kommen neue Pflichten erst auf Berater zu, wenn die eingangs erwähnte Änderungsverordnung in Kraft tritt. Das Datum steht noch nicht fest. Folge: Aktuell muss kein Versicherungsmakler Kunden fragen, ob sie bei Versicherungsanlageprodukten ESG-Aspekte berücksichtigt wissen wollen. Eine entsprechende Pflicht kommt erst 2022. Die Änderungsverordnung sieht die Abfrage von Nachhaltigkeitspräferenzen vor. Die konkreten Anforderungen an ESG-Fonds sind aber noch nicht klar.

Viele Inhalte und Termine noch offen

Die Stuttgarter Lebensversicherung nennt aktuell für ihre Fondspolicen diese Nachhaltigkeitsansätze: Ausschlusskriterien, Positivkriterien, ESG-Integration, Best-in-Class und Themeninvestments. „Alle Vermittler müssen künftig in ihrem Beratungsprozess die Nachhaltigkeitsrisiken berücksichtigen und einbeziehen“, blickt Vertriebsvorstand Ralf Berndt voraus.

Bei 40 Prozent der Befragten ist das Thema „nachhaltige Versicherungsprodukte“ noch nie in einem Beratungsgespräch aufgekommen, ergab eine BBG-Studie. Als konkrete Unterstützung zur Beratung über nachhaltige Versicherungsprodukte wünschen sich Vermittler zunächst jeweils eine Übersicht nachhaltiger Versicherungsprodukte (77 Prozent), ein Übersichtsportal zur „Nachhaltigkeit in der Versicherungsbranche" (62 Prozent) sowie ein Produktscreening nach ESG-Kriterien (43 Prozent).

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