Nach Krebs-OP: Keine Kostenübernahme für Untersuchungen auf Wunsch

Anne Mareile Walter Berater Versicherungen

Ohne ärztliche Indikation keine Rechnungsbegleichung: Teure MRT-Untersuchungen nach Krebsoperationen müssen Krankenkassen nur bezahlen, wenn ein Arzt dies für notwendig hält. Die entsprechende Klage einer 63-jährigen Patientin wurde vom LSG Celle-Bremen nun abgewiesen.

Untersuchung Bild: Adobe Stock/Kzenon

Rund 1.000 Euro kostet eine MRT-Untersuchung. Ohne ärztliche Indikation müssen die Krankenkassen diese Rechnung nicht begleichen. Bild: Adobe Stock/Kzenon

Die gängigen Ultraschalluntersuchungen empfand sie als nicht ausreichend, eine Mammographie wegen der Schmerzen als unzumutbar: Nach überstandener Brustkrebsoperation im Jahr 2019 beantragte eine 63-jährige Frau aus Hannover bei ihrer Krankenkasse die Übernahme der Kosten für eine jährliche MRT-Untersuchung – ohne dass ein Arzt die Untersuchung für angezeigt hielt. Die Kasse lehnte ihren Antrag ab und dagegen klagte die Frau. Nun gab das LSG Celle-Bremen (Az: L 4 KR 68/21 B ER) der Gesetzlichen Krankenkasse (GKV) Recht. Demnach muss die GKV die Kosten für regelmäßige MRT-Untersuchungen bei fehlender ärztlicher Indikation nicht tragen.

Kosten von rund 1.000 Euro pro Untersuchung

Um die Gefahr einer erneuten Krebserkrankung auszuschließen, war nach der OP eine konsequente Nachsorge nötig. Zu diesem Zweck hatte die 63-Jährige bei mehreren Ärzten um eine Überweisung zum MRT gebeten, nachdem sie Ultraschalluntersuchungen und Mammographie abgelehnt hatte. Eine Überweisung zum MRT, das pro Untersuchung Kosten von rund 1.000 Euro verursacht hätte, schrieb keiner der Ärzte aus – die Frau wurde an ihre Krankenkasse verwiesen.

Die lehnte den Antrag auf Kostenübernahme mit dem Verweis auf ein Gutachten des Medizinischen Dienstes (MDK) ab. Laut MDK sei eine MRT-Untersuchung kurz nach einer OP nicht plausibel, zumal auch eine entsprechende fachärztliche Indikation fehle, so die Begründung der Kasse. Stattdessen werde eine vierteljährliche Tastuntersuchung nebst Ultraschall empfohlen – nur bei Auffälligkeiten solle es weitere Untersuchungen geben.

Der Klage der Patientin gab das LSG Celle-Bremen nicht statt: Eine regelmäßige MRT-Untersuchung sei ohne ärztliche Indikation ausgeschlossen. Nach den Empfehlungen des Gemeinsamen Bundesausschusses komme ein solches Verfahren nur in Betracht, wenn andere Untersuchungen wie Ultraschall oder Mammographie nicht ausreichen. Dass die Frau sich bestmöglich absichern wolle, sei verständlich, ersetze aber nicht die fachärztliche Indikation.   

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