N26-Bank startet Versicherungsgeschäft

Martin Thaler Digital Versicherungen Meistgeklickt

Mit einer Smartphone-Versicherung geht es los. Doch diese soll nur den Auftakt bilden: In Zukunft will die Neo-Bank ihr Angebot deutlich ausweiten.

N26 Bild: Adobe Stock/Photo Granary

Über die N26-App lassen sich jetzt auch Versicherungen abschließen. Bild: Adobe Stock/Photo Granary

Im Dezember vergangenen Jahres hatte Valentin Stalf, Gründer und CEO der Online-Bank N26, aufhorchen lassen. „Wir werden im ersten Quartal 2021 ein Versicherungsprodukt herausbringen“, erklärte Stalf in einem Podcast der Wirtschaftswoche.  

Nun ist es soweit: Seit diesem Donnerstag können die Kunden der Neo-Bank über die N26-App eine Versicherung für ihr Smartphone abschließen – hierzu haben die Berliner eine Kooperation mit Simplesurance, in Deutschland vorwiegend unter der Marke Schutzklick bekannt, geschlossen. Über die Smartphone-Versicherung abgesichert sind sowohl versehentliche Schäden am Gerät als auch Diebstähle. Der Preis für die Versicherung orientiert sich dabei am Kaufpreis des Smartphones, die günstigsten Prämien starten bei sechs Euro im Monat. N26 bietet zudem abschließbare Zusatzbausteine an, mit denen beispielsweise der Batterieaustausch, die Nutzung im Ausland oder die Datenwiederherstellung in den Versicherungsumfang integriert werden kann.  

Zunächst gilt das Angebot nur für die deutschen Kunden der mittlerweile in 25 Ländern tätigen Direktbank. Dies soll sich in Zukunft aber ändern, ebenso wie das Angebot an abschließbaren Versicherungen. Die Smartphone-Versicherung sei nur der „Auftakt“, teilte N26 mit. Geplant seien darüber hinaus private Haftpflicht-, Hausrat-, Reise-, Haustier-, Fahrrad-, Elektronik-, aber auch Lebensversicherungen.  

Enormes Potential

Das Potential ist aus Sicht von N26 enorm – so gebe jeder Europäer im Schnitt 2.000 Euro für Versicherungen aus. Insgesamt komme der Markt so auf ein Prämienvolumen von 1,3 Billionen Euro im Jahr.  

Das Geschäft mit Versicherungen ist auch im Hinblick auf die derzeitige Zinssituation für die Bank eine willkommene zusätzliche Einkommensquelle. Immer mehr Banken erheben aufgrund der Niedrigzinssituation Negativzinsen auf die Bankeinlagen ihrer Kunden – für Bestandskunden teilweise schon ab 25.000 Euro. Auch N26 bittet seine Kunden zur Kasse, zumindest die neuen: Wer mehr als 50.000 Euro auf dem Girokonto hat, zahlt dafür 0,5 Prozent als sogenanntes Verwahrentgeld.

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