MLP nimmt HanseMerkur-Produkte aus der Auslage

Martin Thaler Berater Versicherungen

Der Wieslocher Finanzdienstleister will durch den Ausschluss von HanseMerkur-Produkten seine Unabhängigkeit betonen. Hintergrund ist die Übernahme weiterer Anteile durch den Hamburger Versicherer.

MLP Bild: Adobe Stock/nmann77

Der Wieslocher Finanzdienstleister MLP will in Zunkunft keine HanseMerkur-Produkte mehr vermitteln. Bild: Adobe Stock/nmann77

Der Wieslocher Finanzdienstleister MLP wird in Zukunft keine Versicherungsprodukte der HanseMerkur aktiv vermitteln. Das teilte das Unternehmen mit, nachdem der Hamburger Versicherer seinen Anteil an der MLP SE auf 10,03 Prozent der Stimmrechte erhöht hatte. Damit wolle man seine Unabhängigkeit unterstreichen und jeglichen Anschein potenzieller Interessenkonflikte in der Kundenberatung vermeiden, teilte MLP mit.

Hintergrund ist dabei, dass MLP als Versicherungsmakler seine Kunden aufgrund des Überschreitens der 10-Prozent-Schwelle zukünftig auf die Beteiligung der HanseMerkur-Gruppe hinweisen muss.  

In einer Pflichtmitteilung an die Börse teilte der Hamburger Versicherer mit, dass es sich beim Erwerb der MLP-Anteile um eine „Finanzinvestition mit dem Ziel der Vermögensmehrung“ handele, die dem Erzielen von Handelsgewinnen diene. In den kommenden zwölf Monaten will der Versicherer weitere Anteile erwerben. Auch eine Einflussnahme auf die Besetzung von Verwaltungs-, Leitungs- und Aufsichtsorganen wird angestrebt, „wenn und soweit dies sinnvoll zur Förderung der finanziellen Ziele erscheint“.  

Die HanseMerkur ist nicht der einzige Versicherer unter den MLP-Aktionären. Auch die Allianz SE (6,18 Prozent) sowie die Barmenia (8,5 Prozent) halten Anteile am Wieslocher Finanzdienstleister.  

In der Vergangenheit hatte zudem die Swiss Life versucht, MLP zu übernehmen. Dieser Versuch war damals mittels einer Kapitalerhöhung abgewehrt worden, in dessen Zuge die Allianz, die Axa und die britische HBOS zu Großaktionären wurden.