Mehr Geld im Alter macht glücklich

Martin Thaler Berater Panorama

Ein höheres Einkommen führt nicht nur zu größerer finanzieller Zufriedenheit. Es hat auch Auswirkungen auf andere Lebensbereiche, zeigt eine neue Studie.

Glück. Bild: Pixabay/Pexels

Das Einkommen hat nicht nur Auswirkungen auf die finanzielle Zufriedenheit, sondern auch auf andere Lebensbereiche, zeigt eine neue Studie. Bild: Pixabay/Pexels

Ob Glück mit einem bestimmten Kontostand einhergeht, ist eine der zentralen Fragen, um die sich die Glücksforschung dreht. Eine zufriedenstellende Antwort ist kaum zu erlangen, da sich eine Kausalität für mehr Glück durch mehr Geld nur schwer beweisen lässt.  

Der GDV versucht es trotzdem und präsentiert eine Umfrage der Universität Leipzig, die im Auftrag der Initiative „7 Jahre länger“ erstellt wurde. Das Ergebnis dürfte angesichts dieser Ausgangslage wenig überraschend sein: Zwischen materieller Sicherheit und persönlichem Glücksempfinden besteht ein Zusammenhang – zumindest bei älteren Menschen.  

Mehr Zufriedenheit nicht nur in finanzieller Hinsicht

Je größer deren Einkommen ausfiel, desto größer war nicht nur die Zufriedenheit in finanzieller Hinsicht, sondern auch in anderen Lebensbereichen. Sprich: Wer im Alter mehr als 3.000 Euro im Monat zur Verfügung hat (höchste Einkommensklasse), ist finanziell nicht nur zufriedener als jemand mit 1.000 Euro Gehalt, sondern auch im Bezug auf Freundschaften, Freizeit, Gesundheit, Wohnsituation, Familie und Partnerschaft.  

„Das Einkommen ist ein wesentlicher Faktor für das Glück im Alter. Der Einfluss reicht über die finanzielle Zufriedenheit hinaus“, sagt Studienleiter Elmar Brähler, emeritierter Professor für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie an der Universität Leipzig, und liefert die Erklärung gleich mit: Denn finanzielle Ressourcen würden die gesellschaftliche Teilhabe erleichtern. Wer nicht so sehr aufs Geld schauen muss, kann sich einen Konzert- oder Museumsbesuch, ein Hobby oder eine Reise eher leisten als jemand, der jeden Euro zweimal umdrehen muss.  

Auch bei der Gesundheit schlage sich die finanzielle Situation nieder: So hätten Menschen mit höherem Einkommen mehr Möglichkeiten, zusätzliche Leistungen, beispielsweise in Form von Zusatzversicherungen, für ihre Gesundheitsvorsorge zu buchen. Zumal ermögliche ein höheres Einkommen auch oftmals einen gesünderen Lebensstil, beispielsweise durch den Einkauf hochwertigerer Lebensmittel.  

Auch die persönliche Wohnsituation mache den Zusammenhang von Glück und finanzieller Sicherheit deutlich. So seien über alle Einkommensgruppen diejenigen mit Wohneigentum zufriedener als diejenigen, die zur Miete wohnen. Schließlich entfalle so nicht nur das Risiko, aus der eigenen Wohnung verdrängt zu werden, es entstünden auch finanzielle Spielräume, die sich wiederum positiv aufs Gemüt niederschlügen.   

Mehr Einkommen = mehr Glück – ob diese Formel uneingeschränkt gilt, darüber gehen die Meinungen auseinander. Forscher wie der Wirtschaftsnobelpreisträger Daniel Kahnemann hatten festgestellt, dass das eigene Wohlbefinden in einem amerikanischen Haushalt ab einem Jahreseinkommen von 75.000 Dollar nicht weiter steige. Eine Sättigung dieser Zufriedenheitskurve hatten Forscher der Universität Pittsburgh jedoch vor Kurzem verneint: Auch ab einem Einkommen jenseits von 80.000 Dollar steige das Glück, so das Ergebnis ihrer Studie.  

Rechtzeitig tätig werden

Ob das vollkommene Glück erst mit etlichen Millionen auf dem Konto erlangt werden kann, sei einmal dahingestellt. Wichtiger vielmehr ist die Erkenntnis, dass es vielleicht keine Kausalität zwischen Geld und Glück, wohl aber eine starke Korrelation gibt. Und wer auch im Alter nicht nur finanziell, sondern auch anderweitig zufrieden sein möchte, sollte rechtzeitig die Weichen hierfür stellen. Versäumnisse in der Altersvorsorge lassen sich nämlich irgendwann nicht mehr kompensieren, mahnt GDV-Chef Jörg Asmussen.

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