Maklerhaftung: Erhöhte Beratungspflicht bei ausländischem Wohngebäudeversicherer?

Florian Burghardt Berater Recht & Haftung Versicherungen

Nachdem sein ausländischer Wohngebäudeversicherer insolvent ging, wollte ein Hauseigentümer Schadensersatz von seinem Makler. Ob dieser seinen Kunden ausreichend über den Risikoträger beraten hatte, musste das Saarländische Oberlandesgericht entscheiden.

Ist der Makler seinem Kunden zum Schadensersatz verpflichtet, wenn der von ihm vermittelte ausländische Wohngebäudeversicherer plötzlich pleitegeht? Bild: Pixabay/Ratfink1973

Ist der Makler seinem Kunden zu Schadensersatz verpflichtet, wenn der von ihm vermittelte ausländische Wohngebäudeversicherer plötzlich pleitegeht? Bild: Pixabay/Ratfink1973

Im Februar 2016 hatte der Eigentümer eines Einfamilienhauses einen Versicherungsmakler per Maklermandat damit beauftragt, für ihn eine neue Wohngebäudeversicherung abzuschließen. Mit Versicherungsbeginn 01. Juli 2016 wurde der Vertrag dann geschlossen. Versichert waren unter anderem Feuer, Leitungswasser und Sturm/Hagel sowie Schäden an Zu- und Ableitungsrohren auf und außerhalb des Grundstücks. Eingedeckt wurde das Risiko bei einem Liechtensteiner Versicherungsunternehmen. Die Policierung erfolgte am 11. August 2016 über eine Zwischenvermittlungsfirma, die im Urteil als Streithelferin bezeichnet wird. Bei ihr hatte der Makler den Antrag des Mannes eingereicht. Dass es sich beim Risikoträger um einen ausländischen Versicherer handelte, wurde allerdings nur in einem „klein gedruckten“ Hinweis in der Beratungsdokumentation erwähnt, die vom Kunden außerdem nicht unterzeichnet worden war.

Am 19. August 2016 sei dann eine Abwasserleitung außerhalb des Gebäudes gebrochen und habe den Garten des Eigentümers unter Wasser gesetzt und dadurch beschädigt. Inklusive der Rohrreparaturen sei ein Schaden in Höhe von rund 10.000 Euro angefallen. Mit Schreiben vom 21. Oktober 2016 erteilte die Streithelferin dem Mann die Reparaturfreigabe, welche dieser an eine Firma weitergab, die die Arbeiten erledigte.

Versicherer plötzlich insolvent

Als der Mann im Nachgang aber versuchte, die bislang von ihm ausgelegten Kosten erstattet zu bekommen, erlebte er eine unliebsame Überraschung: Die Streithelferin als Sprecherin des Wohngebäudeversicherers lehnte die Auszahlung ab. Der Grund: Der Liechtensteiner Versicherer sei insolvent. Zunächst hatte diesem die dortige Finanzmarktaufsicht im September 2016 das Neukundengeschäft untersagt und anschließend im November 2016 über dessen Vermögen das örtliche Konkursverfahren beantragt und eröffnet.

Daraufhin klagte der Mann gegen seinen Makler auf Schadensersatz und forderte die entstandenen Kosten von diesem ein. Nachdem das Landgericht Saarbrücken seine Klage im April 2020 abgewiesen hatte (Az.: 14 O 139/18), ging er in Berufung vor das Saarländische Oberlandesgericht (Az.: 5 U 37/20). Dieses beurteilte die Sachlage etwas anders und ging auch auf Verletzungen des Maklers bei seiner Beratungspflicht ein.

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