Krankenkasse muss nicht für Haarausfall zahlen

Martin Thaler Berater

Wenn es auf dem Haupte lichter wird, suchen viele Männer nach jeglicher Form der Abhilfe. Auf die Kostenübernahme durch ihre Krankenkasse dürfen sie dabei aber nicht zählen.

Homer Simpson Bild: Adobe Stock/Esther Hildebrandt

Schlechte Nachricht für Menschen mit Haarausfall: Die Krankenkasse muss für Mittel gegen Haarausfall nicht zahlen. Bild: Adobe Stock/Esther Hildebrandt

Haare verliert ein jeder Mensch – pro Tag landen zwischen 20 und 200 Haare in der Haarbürste, in der Dusche oder an anderen Orten, ohne dass sich deren Besitzer groß Sorgen machen müsste. Dennoch ist die Angst bei Männern, ihr volles Haar einzubüßen und eine Glatze zu bekommen, weit verbreitet – entsprechend groß ist in Drogerien und Apotheken das Angebot an Mittelchen und Tinkturen, die Abhilfe versprechen. Vor dem Landessozialgericht Darmstadt ging es nun um die Frage, ob die Krankenkasse auch für Mittel aufkommen muss, die dem verstärkten Haarwuchs dienen.  

Der Fall  

Geklagt hatte ein 31-jähriger Versicherter, dessen Versuche, seine Kahlköpfigkeit zu beheben, bislang von keinem Erfolg gekrönt waren. Nun hatte er ein Arthritis-Medikament entdeckt, zu dessen Nebenwirkungen verstärkter Haarwuchs gehörten. Die Kasse verweigerte aber die Bezahlung – schließlich seien Arzneimittel, die überwiegend der Verbesserung des Haarwuchses dienten, von der Leistungspflicht der gesetzlichen Krankenkassen ausgeschlossen (Az: L 1 KR 405/20).

Hiergegen klagte der Mann. Schließlich führe seine Haarlosigkeit zu psychischen Problemen bei ihm, so seine Argumentation.  

Das Urteil  

Das LSG Darmstadt (Az: L 1 KR 405/20) wies die Klage des Mannes zurück. Der Mann könne sich nicht auf einen Off-Label-Gebrauch berufen. Zwar können in einigen Fällen Krankenkassen auch für Medikamente zahlen, wenn diese für die Behandlung einer Krankheit genutzt werden, für die sie gar nicht zugelassen sind. Allerdings müsse es sich hierbei um eine schwere Erkrankung handeln – Haarausfall zählte das Darmstädter Gericht nicht dazu.

Die vom Versicherten beklagten psychischen Probleme aufgrund seines Haarverlustes müsse dieser mit Mitteln der Psychiatrie bzw. Psychotherapie behandeln lassen.  

Eine Revision ließ das Gericht nicht zu.