Impfschäden: Dürfen Makler mit der Absicherung werben?

Florian Burghardt Berater Recht & Haftung Versicherungen

Handeln Vermittler gesetzwidrig, wenn sie die private Unfallversicherung als Schutz gegen Corona-Impfschäden bewerben? Wir fragten Peter Breun-Goerke, Syndikusrechtsanwalt der Wettbewerbszentrale.

Das Risiko von Impfschäden ist in Deutschland unter anderem wegen Astrazeneca in aller Munde. Manche Unfallversicherungen decken die finanziellen Folgen der sehr seltenen schweren Nebenwirkungen ab. Aber dürfen Vermittler mit dieser Leistung überhaupt wer

Das Risiko von Impfschäden ist in Deutschland unter anderem wegen Astrazeneca in aller Munde. Manche Unfallversicherungen decken die finanziellen Folgen der sehr seltenen schweren Nebenwirkungen ab. Aber dürfen Vermittler mit dieser Leistung überhaupt werben? Bild: Adobe Stock/Konstantin Yuganov

Der Corona-Impfstoff von Astrazeneca wird hierzulande nur noch Personen ab 60 Jahren verabreicht. Seit Kurzem wird nun auch das Vakzin des US-Herstellers Johnson & Johnson auf ein erhöhtes Blutgerinnselrisiko untersucht. Dabei geht es vor allem um die gefährliche Sinusvenenthrombose im Gehirn. Zwar ist diese bislang nur sehr selten aufgetreten (55 bekannte Fälle bei vier Millionen Astrazeneca-Impfungen und sechs Fälle bei sieben Millionen Johnson & Johnson-Impfungen in den USA). Jedoch hat dadurch die Sorge vor bleibenden körperlichen Schäden infolge von Corona-Schutzimpfungen zugenommen.

Tatsächlich decken einige Unfallversicherungen ganz konkret die finanziellen Folgen solcher Impfschäden ab. Und auch vor dem Hintergrund der Beratungshaftung sollten Vermittler das Thema gegenüber ihren Kunden ansprechen. Aber dürfen sie auch für den Versicherungsschutz gegen Impfschäden werben?

Versicherer bedauern Werbung ihrer Vertreter

Im Stuttgarter Raum hatte dies kürzlich ein Vermittler getan. „Jetzt Impfschäden absichern“ stand einem Medienbericht zufolge auf Flugblättern, die er zahlreichen Verbrauchern in den Briefkasten gesteckt hatte. Von dieser Werbeaktion ihres Vertreters habe sich der zugehörige Versicherer distanziert. Von mehreren ähnlichen Fällen berichtete die ARD-Sendung „plusminus“ dieser Tage. Dabei seien Überschriften wie „Absicherung von Impfschäden“ oder „Versicherungsschutz sogar bei Impfrisiken und Folgeschäden“ vor allem in den sozialen Netzwerken aufgetaucht.

Auch in diesen Fällen hätten die betroffenen Versicherer auf „plusminus“-Anfrage die Werbeanzeigen ihrer Vertreter bedauert und klargestellt, dass dies keine offiziellen Werbekampagnen der Konzerne seien. Aber handelt es sich bei der Werbung für Versicherungsschutz gegen Impfschäden nur um eine Geschmacksfrage oder agieren derart werbende Vermittler gesetzeswidrig?

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