Gesundheitsausgaben: Pflegekosten am stärksten gestiegen

Florian Burghardt Berater

Die Gesundheitskosten sind zuletzt immer schneller gestiegen. Das offenbaren Destatis-Zahlen zum morgigen Weltgesundheitstag. Am schnellsten wachsen hierzulande die Ausgaben für die Pflege.

Die Ausgaben der sozialen Pflegeversicherung machen es deutlich: Zusätzliche private und betriebliche Vorsorge werden immer wichtiger. Bild: Adobe Stock/Peter Maszlen

Die Ausgaben der sozialen Pflegeversicherung machen es deutlich: Zusätzliche private und betriebliche Vorsorge werden immer wichtiger. Bild: Adobe Stock/Peter Maszlen

Die Gesundheitsausgaben hierzulande haben im Jahr 2019 erstmals die Grenze von 400 Milliarden Euro überschritten. Insgesamt beliefen sie sich auf 410,8 Milliarden Euro. Der Zuwachs gegenüber 2018 betrug 19,3 Milliarden Euro (4,9 Prozent). Damit wurde die jetzige 100-Milliardenmarke nach nur sieben Jahren deutlich schneller überschritten als die letzte (14 Jahre). Das geht aus aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zum morgigen Weltgesundheitstag hervor.

Als Gesundheitsausgaben gelten Ausgaben, die den Zielen Prävention, Behandlung, Rehabilitation und Pflege dienen. Beispielsweise zählen staatliche Ausgleichszahlungen an Krankenhäuser wegen deren pandemiebedingter Einnahmeausfälle nicht zur Gesundheitsausgabenrechnung.

Der Löwenanteil der Kosten entfiel mit 233 Milliarden Euro (56,7 Prozent) auf die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) – ein Plus von 4,9 Prozent. Beim zweitgrößten Ausgabenträger, den Privathaushalten und privaten Organisationen ohne Erwerbszweck, stiegen die Ausgaben auf 54,8 Milliarden Euro (+4,4 Prozent).

Stärkster Anstieg bei Pflege

„Nur“ 42,1 Milliarden Euro musste die soziale Pflegeversicherung aufwenden. Das entsprach 10,3 Prozent der bundesweiten Gesundheitsausgaben. Allerdings erhöhte sich diese Kostenstelle gegenüber dem Jahr 2018 um 6,6 Prozent. Das war der stärkste anteilige Anstieg innerhalb der Ausgabenträger.

Der Trend bei den Pflegekosten spiegelt die Entwicklung in Deutschland. Aufgrund der gestiegenen Lebenserwartung ist nicht nur die Wahrscheinlichkeit für jeden gewachsen, einmal pflegebedürftig zu werden. Zugleich kommen aufgrund der demografischen Entwicklung in den nächsten Jahren relativ viele Menschen in ein Alter, in dem die Pflegebedürftigkeit für gewöhnlich eintritt.

Maßnahmen notwendig

In der Folge werden die Pflegeausgaben noch deutlich ansteigen. Und die Corona-Pandemie trägt ihren Teil dazu bei. Beim Statistischen Bundesamt schätzt man für das Jahr 2020 allein die pandemiebedingten Erstattungen für außerordentliche Pflegeaufwendungen auf 731 Millionen Euro.

Damit die Kosten für die Pflegesituation hierzulande in Zukunft noch gestemmt werden können, bemüht sich einerseits die Politik um die Absenkung des privat zu tragenden Kostenanteils. Genauso wichtig ist eine stärkere Verbreitung der privaten Vorsorge – auch wenn diese betrieblich organisiert wird.

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