Fondspolicen: Garantierter Rentenfaktor bei Auswahl noch wichtig?

Fondspolicen Detlef Pohl Berater Versicherungen

Wegen der Niedrigzinsen haben einige Lebensversicherer ihre Rentenfaktoren gesenkt. Warum der formale Abbau der ohnehin geringen Garantien kein Nachteil sein muss und wie auch relativ sicherheitsbewusste Kunden gut bedient werden können.

Die Sicherstellung eines hohen garantierten Rentenfaktors ist für die Gesellschaften relativ teuer, weiß Reinhard Klages, Chefredakteur des Map-Reports. Bild: Franke und Bornberg

Die Sicherstellung eines hohen garantierten Rentenfaktors ist für die Gesellschaften relativ teuer, da für diese Garantie Kapital zurückzustellen ist, weiß Reinhard Klages, Chefredakteur des Map-Reports. Bild: Franke und Bornberg

Nahezu jeder fünfte deutsche Lebensversicherer steht aktuell unter intensivierter Aufsicht der BaFin. Die Niedrigzinsen bringen immer mehr Gesellschaften in Gefahr, mit klassischen Policen zu wenig Kapitalerträge zu erwirtschaften und damit die meist noch hohen Garantien dauerhaft nicht mehr bedienen zu können. Ausweg auf der Produktseite: weniger Garantien durch vermehrtes Angebot neuer Klassik und insbesondere von Fondspolicen.

Aus Kundensicht sind Fondspolicen das einzige Lebensversicherungs-Sparprodukt, das in der Niedrigzinsphase Chancen auf eine nennenswerte Realrendite bietet. Um dem Sicherheitsbedürfnis zahlreicher Kunden entgegenzukommen, sind viele Fondspolicen traditionell mit einem kleinen Sicherheitsnetz konstruiert, dem garantierten Rentenfaktor. Er zeigt an, wie viel Rente pro 10.000 Euro Vertragsguthaben der Versicherte zu Rentenbeginn garantiert bekommt. Bis zum Rentenbeginn kann der Rentenfaktor aber auch gesenkt werden, wie es kürzlich der Marktführer tat.

Rentenfaktor kostet Geld

„Die Sicherstellung eines hohen garantierten Rentenfaktors ist für die Gesellschaften relativ teuer, da für diese Garantie Kapital zurückzustellen ist“, weiß Reinhard Klages, Chefredakteur des Marktbeobachters Map-Report. Bei anhaltendem Niedrigzins könnten sich die Gesellschaften durch die Reduzierung der garantierten Rentenfaktoren vor einer drohenden Nachreservierung bei Fondspolicen schützen, so der Analyst. Daher ist die scheinbare sichere Garantiehöhe nicht in Stein gemeißelt.

Außerdem schränkt ein garantierter Rentenfaktor die Anlagefreiheit deutlich ein. Fondspolicen ohne Garantie sind da freier in der Anlage und damit renditeträchtiger. Das Anlagerisiko trägt jedoch der Kunde. Daher ist es für Makler so wichtig, erfolgreiche Anleger unter den Versicherern herauszufiltern. Die Beratung ist das A und O, auch zur Unterscheidung von Fondspolicen mit und ohne Garantie. „Bei reinen Fondspolicen gibt es keine Garantie auf eine Mindestauszahlung, aber die Chance auf hohe Renditen, wenn alles gut läuft“, meint Michael Franke, Geschäftsführer bei Franke und Bornberg.

Leistungsstarke junge Tarifgenerationen

Neuere Untersuchungen des Analysehauses zeigen, dass sich überproportional viele leistungsstarke Produkte unter den Konzepten „Beitragsorientierter Hybrid“, „Garantieorientierter Hybrid“ sowie „Fonds“ befinden. Franke führt den Qualitätsschub darauf zurück, dass diese Konzepte und damit die Gestaltung der Vertragsbedingungen vergleichsweise neu sind. „Je jünger eine Tarifgeneration, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Versicherer sich um eine qualitativ wettbewerbsfähige Produktgestaltung bemühen“, so Franke weiter.

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Makler sicherheitsbewusste Kunden bedienen können