Finanztest: Neuer BU-Test mit Tücken

Detlef Pohl Berater Versicherungen Top News

Die BU-Versicherung ist ein weiteres Mal erneut von Finanztest untersucht worden. Erneut kann das Ergebnis nicht ohne kritischen Kommentar bleiben. Den gibt ein BU-Makler. Berater kommen gerade wegen der Intransparenz des Tests weiter nicht ohne eigene Marktrecherche aus.

Finanztest will viele BU-Punkte geprüft haben, ohne dass es eine nachvollziehbare Ergebnis-Darstellung im Heft gibt, bemängelt Makler Matthias Helberg. Bild: Uwe Lewandwoski

Finanztest will viele BU-Punkte geprüft haben, ohne dass es eine nachvollziehbare Ergebnis-Darstellung im Heft gibt, bemängelt Makler Matthias Helberg. Bild: Uwe Lewandwoski

Regelmäßig alle zwei Jahre untersucht die Stiftung Warentest aktuelle Tarife von Berufsunfähigkeits-Versicherungen, regelmäßig hagelt es dafür Kritik. Diesmal wurde nach den preiswertesten Angeboten für selbstständige BU-Policen und für BU-Zusätze zur Risiko-Lebensversicherung gefragt. Alle anderen Tarifvarianten blieben außen vor, insbesondere Tarife mit Beitragsrückgewähr und BUZ-Schutz bei Fondspolicen, aber auch Spezialtarife, die nur über Makler zu bekommen sind.

Ergebnis, veröffentlicht in der Mai-Ausgabe von Finanztest: Von 71 BU-­Policen bekommen 35 Angebote, also fast die Hälfte, die Bestnote (sehr gut), weitere 32 werden „gut“ beurteilt und nur vier „befriedigend“. Man finde also eine große Auswahl an Angeboten mit geeigneten Vertragsbedingungen, schreibt Finanztest. Auch die Fragebögen für den Gesundheitsstatus, den Kunden vor Vertragsschluss beantworten müssen, wurden bewertet; das Ergebnis floss in das Qualitätsurteil ein. Ebenfalls gut: „Unter den Spitzenreitern im Test gibt es auch günstige Angebote“, so Finanztest. Gemeint sind damit preisgünstige Offerten.

Beim Makler das Wort „unabhängig“ vergessen

Nicht für jeden ist es einfach, einen Vertrag zu bekommen. Finanztest rät daher: „Wer vorerkrankt ist, einen riskanten Beruf hat oder einem gefährlichen Hobby nachgeht, sollte sich an mehrere Versicherer wenden.“ Denn deren Annahmekriterien seien unterschiedlich. Auch Versicherungsmakler oder unabhängige Versicherungsberater können beim Vertragsabschluss weiterhelfen, heißt es. Dass Makler ebenfalls unabhängig sind und im Lager des Kunden stehen, hat sich bei den Warentestern offenbar immer noch nicht herumgesprochen.

Zur Testmethodik: Da bleibt die Auswahl der Kriterien wieder so willkürlich wie in den Vorjahren. Bei den Versicherungsbedingungen (gehen zu 75 Prozent in die Wertung ein) „arbeiten wir die verbraucherrelevanten Aspekte heraus“, erklärt Finanztest. Aber gleichzeitig werden in der Bewertung „Kriterien, die sich bereits in allen Tarifen und auch nahezu identisch finden, niedriger oder gar nicht bewertet“. Kriterien, die sich etwa auf die Flexibilität des Produktes beziehen, wird „mehr Gewicht gegeben“.

Diese Einschränkung könnte sich kein Makler erlauben, weil sie den Kunden womöglich aufs Glatteis und den Berater geradewegs in die Haftung führt. Zudem sind lediglich zehn Kriterien und einige Unterpunkte zu wenig, um das Kleingedruckte zu beurteilen.

Seite 1: Was ein BU-Makler vom Test hält
Seite 2: Warum
Testmethodik intransparent ist und wie sich das ändern lässt

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