FDP-Wahlprogramm: 6 wichtige Punkte für Vermittler

Martin Thaler Berater Versicherungen Top News

Gesetzliche Rente  

Auch bei der gesetzlichen Rente fordert die FDP tiefgreifende Änderungen – sie solle „enkelfit“ gemacht werden. Zu den angestrebten Änderungen gehört die Aktienrente, für die sich die Partei zuletzt stark gemacht hatte. Zur Erinnerung: Die gesetzliche Rente soll künftig auf zwei Säulen gestellt werden. Während der Großteil der Rentenbeiträge weiterhin in die umlagefinanzierte Rentenversicherung fließt, soll ein kleinerer Teil des Bruttoeinkommens – die FDP schlägt hier zwei Prozent vor – in Aktien investiert werden und so höhere Renditen und letztlich ein höheres Rentenniveau ermöglichen. Als Vorbild gilt hier das schwedische System. Insbesondere Geringverdiener sollen auf diese Art und Weise gestärkt werden.    

Altersvorsorge  

Neben der gesetzlichen Rente will die FDP auch die private Altersvorsorge stärken und hat auch ihren Vorschlag für ein Altersvorsorge-Depot in den Programmentwurf eingebunden. Einen entsprechenden Antrag hatte die Bundestagsfraktion der Liberalen bereits 2019 ins Parlament eingebracht. Dieser sah vor, dass die Bürger und Bürgerinnen bis zu 23.712 Euro bzw. 47.224 Euro (Verheiratete) im Jahr für ihre Altersvorsorge ansparen können, die Besteuerung erfolge erst in der Auszahlungsphase.

Die Art der Kapitalanlage soll den Sparern dabei freigestellt werden, Riester- und Rüruprenten in das System integriert werden. Die geförderte Altersvorsorge – zu der auch die Europarente (PEPP) zu zählen ist – müsse zudem einfacher und verbraucherfreundlicher werden, plädiert die Partei, ohne dabei aber ins Detail zu gehen.

Weitere Anlagemöglichkeiten  

Die Versicherer sollen zudem mehr Möglichkeiten bekommen, das Geld ihrer Kunden anzulegen: Lebensversicherer, Pensionskassen und Versorgungswerke sollen zukünftig einfacher in Wagniskapital, Startups, Aktien und Infrastrukturprojekte investieren können. Schließlich böten „Aktien und alternative Anlageformen gerade bei längeren Anlagezeiträumen höhere Renditechancen bei geringem Risiko“. Auch die Anlageformen bei der staatlich geförderten Altersvorsorge, wie der Riester-Rente, sollen geöffnet werden.

Und die Vermittler?  

Über die Zukunft der Finanzberatung verlieren die Liberalen – anders als die Grünen – kein Wort in ihrem Wahlprogramm. Großer Veränderungsbedarf scheint folglich nicht zu bestehen. Das verdeutlichen auch Aussagen von Parteichef Christian Lindner, der sich im Interview mit dem Maklerpool Fonds Finanz nicht nur gegen die geplante Aufsichtsübertragung für 34f-Vermittler auf die Bafin und den Wechsel von der Provisions- zur Honorarberatung, sondern generell für ein umfassendes Moratorium für Finanzmarktbürokratie ausgesprochen hatte.  

Ob der Entwurf in seiner jetzt vorliegenden Fassung auch derjenige ist, mit dem die Partei in den Bundestagswahlkampf zieht, entscheidet sich Mitte Mai: Dann beschließen die Parteimitglieder das endgültige Programm.

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