FDP-Wahlprogramm: 6 wichtige Punkte für Vermittler

Martin Thaler Berater Versicherungen Top News

Mit der FDP hat nun bereits die vierte der großen Parteien ihr Programm für die kommende Bundestagswahl vorgestellt. "Nie gab es mehr zu tun" heißt dieses und bezieht sich auch auf einige für Makler wichtige Themen.

Volker Wissing und Christian Lindner Bild: picture alliance

FDP-Generalsekretär Volker Wissing (links) und der Partei-Bundesvorsitzende Christian Lindner stellten am Mittwoch das Wahlprogramm für die kommende Bundestagswahl vor. Bild: picture alliance

Würden allein Vermittler die nächste Bundesregierung bestimmen, ginge es wohl nicht vorrangig um die Frage, ob es zu einem schwarz-roten oder zu einem schwarz-grünen Regierungsbündnis kommt. Entscheidender wäre die Frage: Stellt die Union, oder aber die FDP den nächsten Bundeskanzler? Fast jeder dritte Makler würde laut AfW-Vermittlerbarometer bei der nächsten Bundestagswahl seine Stimme den Liberalen geben – in der Gesamtbevölkerung konnten sich das zum selben Zeitpunkt (November 2020) lediglich sechs Prozent der Bundesbürger vorstellen.  

Folglich dürfte die gestrige Vorstellung des Parteiprogramms von großem Interesse für die Vermittlerschaft gewesen sein. „Nie gab es mehr zu tun“ ist der 76 Seiten starke Entwurf betitelt, in dem sich die FDP bemüht, die Kräfte der Marktwirtschaft zu entfesseln. „In Deutschland wurde viel zu lange das Bild vermittelt, dass alles bleiben könne, wie es ist. Die Pandemie hat deutlich gemacht, wie trügerisch diese Haltung ist“, verkündete FDP-Generalsekretär Volker Wissing.

Schlank und stark statt satt und träge soll der Staat wieder werden – doch was bedeutet das für die Arbeit der Vermittler? Ein Blick auf die wichtigsten Punkte:  

Gesundheit  

Anders als zuvor SPD und Grüne, die sich für die Einführung einer Bürgerversicherung stark machen, hält die FDP am dualen Gesundheitssystem aus gesetzlicher und privater Krankenversicherung fest. In diesem soll aber der Wettbewerb stärker betont werden: So sollen Versicherte nicht nur einfacher zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung wechseln können, auch der Wettbewerb zwischen den gesetzlichen Krankenkassen solle weiter gefördert werden.

In diesem Zusammenhang soll den Kassen mehr Spielraum bei den Verhandlungen mit Leistungserbringern eingeräumt werden, um innovative Versorgungsformen zu stärken. „Krankenkassen sollen ihren Versicherten finanzielle Anreize wie bspw. Selbstbeteiligungen, Bonuszahlungen oder Beitragsrückerstattungen anbieten dürfen“, heißt es hierzu im Programmentwurf.  

Pflege  

Auch in der FDP will man die Pflege qualitativ verbessern – unter anderem durch bessere Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte. Dies dürfte allerdings auch höhere Kosten mit sich bringen, die letztlich von den Versicherten zu tragen sind. Eine Bürgerversicherung sowie den Umbau der Pflegeversicherung in eine Pflege-Vollversicherung lehnen die Liberalen allerdings ab.

Stattdessen spricht sich die Partei für ein Drei-Säulen-Modell für die Pflege aus, bestehend aus Umlagefinanzierung, privater und betrieblicher Vorsorge – auch der Wirtschaftsflügel der Union hatte sich unlängst für eine betriebliche Pflegeversicherung ausgesprochen. Wie die lahmende private Vorsorge angekurbelt werden könnte, verrät der Programmentwurf hingegen nicht.  

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