Einbrüche: In diesen Bundesländern sank die Zahl am deutlichsten

Anne Mareile Walter Versicherungen

Das Pandemiejahr 2020 ließ die versicherten Wohnungseinbrüche auf ein historisches Tief sinken. Laut GDV gab es 10.000 weniger Fälle als noch im Jahr zuvor. Den größten Rückgang hatte Schleswig-Holstein zu verzeichnen.

Einbruch Bild: Adobe Stock/Christian Delbert

Das Corona-Jahr 2020 hat die Zahl der Wohnungseinbrüche auf ein historisches Tief sinken lassen. Bild: Adobe Stock/Christian Delbert

Kurzarbeit, Homeoffice, geschlossene Schulen – das Jahr 2020 spielte sich bei einem Großteil der Bevölkerung in den eigenen vier Wänden ab. Wohnungen und Häuser blieben selten abends leer und auch im Urlaub hieß es für viele Menschen Balkonien statt Balearen. In puncto Kriminalität hatte dies positive Effekte: Nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) ging 2020 die Zahl der versicherten Wohnungseinbrüche stark zurück. Demnach verzeichneten die Versicherer während des Corona-Jahres 85.000 Einbrüche, 10.000 weniger als 2019. Dabei handelt es sich um den niedrigsten Wert in der bis 1998 zurückreichenden Statistik.

Schadensdurchschnitt verringerte sich um 300 Euro

„Einbrechern fehlte oft die Gelegenheit für ihre Tat“, begründet GDV-Geschäftsführer Jörg Asmussen den Rückgang der Zahlen. Parallel zu dieser Entwicklung verringerte sich der versicherte Schaden um 70 Millionen Euro auf nunmehr 230 Millionen Euro. Der Schadendurchschnitt pro Einbruch sank um 300 auf 2.750 Euro.

Auch wenn generell weniger eingebrochen wurde im vergangenen Jahr, fällt die Entwicklung von Bundesland zu Bundesland höchst unterschiedlich aus: In Schleswig-Holstein sank die Zahl der Wohnungseinbrüche mit 27 Prozent im Vergleich zu 2019 am stärksten, gefolgt von Baden-Württemberg mit 26,8 Prozent. Auch in Hessen wurden während des Corona-Jahres verhältnismäßig wenig Fenster und Türen aufgehebelt. Hier ging die Zahl der Wohnungseinbrüche um 23,7 Prozent gegenüber 2019 zurück. Beinahe konstant blieb die Situation dagegen in Bayern: Laut polizeilicher Kriminalstatistik wurden hier 2020 insgesamt 4.181 Einbrüche registriert, 2019 lag die Zahl mit 4.342 Fällen nur geringfügig darüber.

Insgesamt hat der GDV seit 2015 einen kontinuierlichen Rückgang der Einbruchzahlen zu verzeichnen – dieser Trend setzte sich 2020 fort. Grund hierfür ist nicht allein die Corona-Pandemie. „Wir sehen aber seit Jahren, dass viele Haus- und Wohnungsbesitzer in bessere Sicherheitstechnik investieren. Das zahlt sich aus“, sagt Asmussen. Vor allem Fenster und Türen seien Schwachstellen in puncto Einbruch und sollten daher besonders gesichert sein. Bisher werden einbruchhemmende Türen und Fenster in Deutschland nicht standardmäßig eingebaut, entsprechende Vorschriften gibt es nicht.

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