Crowdinvesting: Anleger verlieren Interesse

Martin Thaler Sachwerte

Crowdinvestment-Projekte konnten im vergangenen Jahr deutlich weniger Geld einsammeln als noch 2019 – Grund ist unter anderem die Corona-Krise. Für 2021 zeigt sich die Branche aber zuversichtlich.

Schwarmfinanzierung Bild: Pixabay/PollyDot

Der "Schwarm" der Crowdinvestoren dünnte sich im vergangenen Jahr erstmals aus – für dieses Jahr zeigt sich die Branche allerdings optimistisch. Bild: Pixabay/PollyDot

Das Interesse an Crowdinvestments ist im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen. Laut Daten der Plattform Crowdinvest.de investierten Anleger 2020 insgesamt 327,8 Millionen in Immobilien, Unternehmen oder Energieprojekte – das waren 21,5 Prozent weniger als noch im Jahr zuvor (417,7 Millionen Euro). Dabei waren die einzelnen Sparten jedoch unterschiedlich stark betroffen.  

Die Fremdkapitalvergabe an Unternehmen erlitt dabei den deutlichsten Einbruch: Flossen 2019 noch 33,1 Millionen in 419 verschiedene Projekte, waren es im vergangenen Jahr nur noch 3,6 Millionen, die in 14 verschiedene Unternehmen flossen – ein Rückgang von 89,1 Prozent.  

Auch bei Immobilien, mit Abstand der wichtigste Anlagezweig für Crowdinvestoren, hinterließen die zurückliegenden zwölf Monate deutliche Spuren: Das Investitionsvolumen ging im Vergleich zu 2019 um 18,9 Prozent auf 254,9 Millionen Euro zurück. Zum Vergleich: 2019 waren es noch 314,2 Millionen Euro gewesen. Auch die Zahl der Investitionsprojekte war im vergangenen Jahr rückläufig. Statt in 174 Projekte wie noch 2019 investierte die Crowd nur noch in 158 Immobilienvorhaben.  

Gewinner und Verlierer

Zu den Verlierern gehörte hier vor allem Marktführer Exporo, bei dem das Investitionsvolumen bei Immobilien um 28,2 Prozent auf 195,8 Millionen Euro zurückging. Auch bei der bisherigen Nummer 2 am Markt, Bergfürst, gingen die Investitionen zurück (-14,2 Prozent auf 21,5 Millionen Euro), während Engel und Völkers Digital Invest im Vergleich zu 2019 deutlich (+ 136 Prozent auf 43,9 Millionen Euro) zulegen konnte.  

Das rückläufige Investitionsvolumen erklären sich die Anbieter vorwiegend mit der Corona-Krise, deren Auswirkungen auch der Immobilienmarkt zu spüren bekommen habe. Exporo erklärte darüber hinaus, seine Marketingaktivitäten zurückgefahren zu haben, um sich über die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie erst einmal einen Überblick verschaffen zu können.  

Trotz des erstmaligen Rückgangs des Investitionsvolumens blickt die Branche optimistisch in die Zukunft. Der Bundesverband Crowdfunding registrierte im ersten Quartal des neuen Jahres wieder ein steigendes Investoreninteresse, das bereits wieder auf einem Niveau wie 2019 lag.

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare