Corona befeuert Angst vor Altersarmut

Anne Mareile Walter Berater

Vor allem junge Frauen fürchten sich vor einer finanziellen Schieflage im Alter und fühlen sich in puncto Altersvorsorge schlecht beraten. Hinzu kommt: Die Pandemie hat etliche Ersparnisse verschlungen – bei Frauen wie Männern.

Armut Bild: Adobe Stock/shurkin_son

Vor allem junge Frauen haben Angst, in die Altersarmut abzurutschen. Oft treten sie für die Familie beruflich zurück und bekommen dadurch weniger Rente. Bild: Adobe Stock/shurkin_son

Kurzarbeit, Kündigungen und Wechsel in neue Berufssparten – durch die Corona-Krise haben die Zukunftssorgen vieler junger Menschen zugenommen, gleichzeitig ist die Angst vor Altersarmut größer geworden. Vor allem junge Frauen treibt der Gedanke um, im Rentenalter in finanzielle Bedrängnis zu geraten. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen GfK-Studie, die im Auftrag der Generali Deutschland durchgeführt wurde und bei der 1.012 Frauen und Männer zwischen 18 und 32 Jahren befragt wurden. Demnach fürchten sich 68 Prozent der jungen Frauen vor einer finanziellen Schieflage im Alter.

Ersparnisse wurden in der Krise aufgebraucht

Ebenfalls 68 Prozent der weiblichen Umfrage-Teilnehmerinnen fühlen sich beim Thema Altersvorsorge schlecht informiert. Und 69 Prozent der Frauen sind der Ansicht, dass die gesetzliche Rente im Alter nicht ausreichen wird. Ein Problem scheint dabei auch der Wissensstand zu sein: So sind 28 Prozent der Frauen unschlüssig, welche Maßnahmen in puncto Altersvorsorge für sie die besten sind und 87 Prozent gaben an, von der Politik zu schlecht informiert zu werden. Den vermittelten Wissensstand halten 28 Prozent sogar für „extrem schlecht“. Diese Situation wird durch die Corona-Pandemie noch verschärft: Neun Prozent der Frauen haben dadurch starke finanzielle Einbußen erlitten. 27 Prozent setzten ihr Erspartes in der Corona-Krise für andere Zwecke ein als geplant. Bei den Männern griffen sogar 45 Prozent auf Rücklagen zurück, die sie eigentlich anderweitig einsetzen wollten. Das Ende der Fahnenstrange ist damit noch nicht erreicht: Jede dritte Frau ist der Ansicht, dass die Pandemie ihre Möglichkeiten zur finanziellen Vorsorge noch zwei bis drei Jahre beeinflussen wird. Jede Vierte dehnt diesen Zeitraum auf die nächsten vier bis fünf Jahre aus.

Ein generelles Problem diagnostizierten die Umfrage-Teilnehmerinnen außerdem in der unzureichenden Beachtung ihrer Generation seitens der Politik. 63 Prozent fordern politische Lösungen, die über das Angebot einer gesetzlichen Rente hinausgehen. Dabei wünscht sich jede Vierte, dass die Politik enger mit Versicherern und privaten Altersvorsorge-Anbietern zusammenarbeitet.

Bei 62 Prozent der befragten Frauen hat die aktuelle Rentenpolitik konkrete Auswirkungen: Sie gaben an, dass dies ihre Entscheidung bei der kommenden Bundestagswahl beeinflussen werde.