Auf Erholungskurs: Nach dem Coronajahr werden wieder mehr Dividenden ausgezahlt

Anne Mareile Walter Investmentfonds

Einer Studie zufolge stabilisierten sich die Ausschüttungen und im DAX winken 2021 weitestgehend höhere Dividenden. Doch im SDAX geht’s oftmals an die Substanz, um Aktionäre zu befriedigen.

Börse Bild: Adobe Stock/iQoncept

14 Prozent der SDAX-Unternehmen bezahlten ihren Anteilseignern trotz Verlusten Dividenden. Bild: Adobe Stock/iQoncept

Nach dem Pandemie-Jahr 2020 befinden sich die Dividenden langsam wieder auf Erholungskurs: Nach einer aktuellen Studie des isf Institute for Strategic Finance stieg die Ausschüttung der Gewinnanteile der Börsenunternehmen im Vergleich zum vergangenen Jahr um 4,9 Prozent an. Rund 44,7 Milliarden Euro zahlten die in DAX, MDAX und SDAX enthaltenen 160 Unternehmen an ihre Anteilseigner aus. Zuvor war das Ausschüttungsvolumen pandemiebedingt um knapp ein Fünftel eingebrochen. Bei den SDAX-Unternehmen ist die Lage nach wie vor angespannt: Die Gewinnauszahlungen waren zum Teil höher als der Gewinn oder es wurden trotz Verlusten Dividenden ausbezahlt.

14 Prozent der Small Caps schütteten trotz Verlusten Dividenden aus

Für eine halbwegs „normale“ Gewinnbeteiligung sorgte lediglich die Hälfte aller SDAX-Unternehmen, der Rest bezahlte gar nicht oder entnahm das Geld aus der Substanz. 14 Prozent der Small Caps hatten Verluste in der Unternehmensbilanz zu verzeichnen und ließen ihren Anteilseignern trotzdem Gewinnanteile zukommen. Sixt und die Deutsche Euroshop zahlten ihren Aktionären beispielsweise pandemiebedingt Mindest-Dividenden aus, bei 20 Unternehmern fielen die Ausschüttungen ganz flach.

Dass die Dividendensumme im SDAX um 50 Prozent zulegte – sie lag mit 3.002 Millionen erstmals über der Marke von drei Milliarden Euro – scheint hier nicht so recht ins Bild zu passen. Grund dafür ist, dass die bis 2020 im MDAX vertretene RTL Group jetzt als SDAX-Unternehmen ihre Dividenden in hoher Zahl ausschüttete.

Ausschüttungen an Anteilseigner trotz Unternehmensverlusten – das war bei den DAX-Mitgliedern nicht der Fall. Die Studie verzeichnete bei den gelisteten Unternehmen einen marginalen Anstieg der Dividendensumme auf 34,3 Milliarden Euro, die Hälfte bezahlte mehr aus als im Vorjahr.

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