Zahl der Lebensversicherer sinkt weiter

Martin Thaler Versicherungen Berater

Die Zahl der Lebensversicherer in Deutschland ist seit Jahren rückläufig. Nun fusioniert die Versicherungskammer Bayern ihre drei LV-Töchter und will damit ihr Geschäft weiter stärken.

Versicherungskammer Bayern Bild: VKB

Die Versicherungskammer Bayern verschmilzt ihre drei Lebensversicherungs-Töchter. Bild: VKB

Die Zahl der Lebensversicherer in Deutschland geht weiter zurück: Wie die Versicherungskammer Bayern nun mitteilte, werden die drei Lebensversicherer des Unternehmens – die Bayern-Versicherung Lebensversicherung, die Öffentliche Lebensversicherung Berlin-Brandenburg und die Saarland Lebensversicherung – künftig unter dem Dach der Bayern-Versicherung gebündelt.  

Laut Versicherungskammer hat die Bayern Versicherung bereits zum 01. Januar dieses Jahres die Anteile an den beiden anderen Versicherern übernommen, nun haben auch die jeweiligen Aufsichtsräte dem Verschmelzungsprozess rückwirkend zugestimmt. Noch steht der Zusammenschluss allerdings unter dem Vorbehalt der Bafin.  

Stärkung des LV-Geschäfts

Der Versicherer verspricht sich durch diesen Schritt eine weitere Stärkung seines Lebensversicherungsgeschäfts. In diesem hatten die Münchener 2020 stark zulegen können: Die gebuchten Beiträge stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 15,8 Prozent auf 3,75 Milliarden Euro, vor allem das Geschäft mit Einmalbeiträgen florierte (+ 30,7 Prozent auf 526 Millionen Euro). Mit der nun vollzogenen Fusionierung der drei Lebensversicherer wolle man insbesondere den Vertrieb in der Region stärken, erklärte VKB-Chef Frank Walthes.  

Im vergangenen Jahr hatte bereits die Stuttgarter Versicherungsgruppe ihre beiden Lebensversicherungstöchter Plus Lebensversicherung AG und die Direkte Leben Versicherung AG zusammengeführt. Auch die Rheinland Versicherungsgruppe hatte wenige Tage später den gleichen Schritt angekündigt.  

LV-Markt konsolidiert sich

Die Zahl der Lebensversicherer ist bereits seit Jahren rückläufig, wie Zahlen der Finanzaufsicht Bafin zeigen. Von 2009 bis 2019 ging die Zahl der im Lebensversicherungsgeschäft tätigen Unternehmen von 96 auf 83 zurück. Zum Vergleich: 1995 betrug die Zahl der in Deutschland tätigen Lebensversicherer noch 121. Auch in Zukunft gehen Experten davon aus, dass die Zahl der Anbieter weiter sinken wird – auch weil die Niedrigzinssituation vielen Unternehmen das LV-Geschäft verleidet.  

Für Makler ist die Konsolidierung des Lebensversicherungsmarktes dabei nicht per se als negativ zu bewerten. „Für unabhängige Makler und deren Back-Office bedeuten weniger Anbieter, gegenüber denen der Kunde vertreten werden muss, Erleichterungen bei Antrags-, Änderungs- und Meldeprozessen“, erklärte Henning Kühl von Policen Direkt gegenüber procontra. Allerdings habe die Entwicklung auch eine Schattenseite: „Marktkonzentration bedeutet aber auch gesteigerte ‚Lieferantenmacht‘ und geringere Auswahlmöglichkeiten“, so Kühl.

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