Versicherungsschutz: Erst der Hund, dann das Herrchen

Stefan Terliesner Berater Versicherungen Top News

Kaum eine Versicherungsprodukt erfreut sich so großer Nachfrage wie Tierhalterhaftpflichtpolicen. Eine erfolgreiche Vermittlung eröffnet Maklern attraktives Cross-Selling-Potenzial.

Hundehalter-Haftpflicht Bild Adobe Stock/Drazen

Haftpflichtpolicen für Hundehalter: Einen guten Schutz gibt es schon ab 50 Euro im Jahr. Bild Adobe Stock/Drazen

Ein neuer Hund im Familienkreis benötigt viel Aufmerksamkeit und Zeit. Vielleicht herrscht deshalb ein Hundeboom in Deutschland: Aufgrund der Corona-Pandemie sind viele Menschen im Homeoffice, haben Zeit zu Hause und sehen den Lockdown damit als perfekten Zeitpunkt, endlich das neue Familienmitglied anzuschaffen. Das bestätigt die Gothaer Versicherung mit Zahlen: Das Neugeschäft der Tierhalterhaftpflichtversicherung stieg 2020 um 20 Prozent im Vergleich zu 2019.

„Ganz besonders sehen wir den Hundeboom in unseren Tierkrankenversicherungen: Hier kamen im vergangenen Jahr 130 Prozent mehr Neuverträge zustande als noch 2019.“ Christian Prachar Produktmanager bei der Gothaer

Im Vertrieb angekommen

Wie verrückt Menschen nach Hunden sind, belegt bereits ein Blick ins TV-Programm. Formate wie „Die Welpen kommen“ mit Hundetrainer Martin Rütter werden zur besten Sendezeit ausgestrahlt. Kein Wunder also, dass tierische Policen der Absatzrenner sind. Laut Gothaer sind Produkte „jetzt vollständig im Vertrieb angekommen.“ Klar ist: Alle Vierbeiner sollten versichert sein. Denn es ist nicht immer nur der Postbote, der vom Hund gebissen wird. Es kann auch der selbstständige Handwerker sein. Dann muss er sich in ärztliche Behandlung begeben und kann seinen Beruf für Wochen nicht ausüben. Ohne eine Hundehalterhaftpflichtversicherung wird das für den Besitzer teuer.

Makler eröffnet die Vermittlung ein großes Cross-Selling-Potenzial. Denn, ein Hundehalter, der seinen Liebling nach einer Beratung, gut versichert weiß, ist oft auch bereit, seinen eigenen Privathaftpflichtschutz sowie andere laufende Verträge auf den Prüfstand zu stellen. Insofern ist eine Hundehalterhaftpflichtversicherung auch ein Einstiegsprodukt. Ist ein Makler dann auch noch selbst Hundebesitzer ist ein gutes Kundenverhältnis fast schon garantiert. Generell sollte ein Makler beim Kunden auf den Abschluss einer solchen Police bestehen. In vielen Bundesländern ist sie eh Pflicht. Schließlich haften „Herrchen“ oder „Frauchen“ für die typische Tiergefahr. So wird der Besitzer auch zur Verantwortung gezogen, wenn er nichts falsch gemacht hat, weil das Tier per se als gefährlich gilt.

Halter haftet mit Privatvermögen

Dazu Andreas Gebhardt, Produktentwickler Haftpflicht beim Versicherer HanseMerkur: „Hunde sind naturgemäß nicht in allen Situationen berechenbar.“ Daher komme es immer wieder zu Schadenfällen. So zum Beispiel beim Gassigehen, wenn der Hund auf die Straße rennt und einen Verkehrsunfall verursacht oder einen anderen Hund bei einer Beißattacke verletzt. Stets würden die Halter mit ihrem gesamten Privatvermögen haften. Bei Personenschäden könne das „im schlimmsten Fall zum finanziellen Ruin führen“, so Gebhardt. Daraus können Makler und ihre Kunden nur einen Schluss folgern: Um sich finanziell abzusichern, sollte eine leistungsstarke Police mit hoher Deckungssumme vereinbart werden.

Ein Vergleich durch softfair offenbart Preise in einer Spanne von 44 Euro bis fast 60 Euro. Empfehlenswert sind Leistungen wie Verstoß gegen Leinenpflicht und Deckungsschutz für Halter von männlichen Hunden. Grundsätzlich müssen Besitzer von großen und als gefährlich eingestuften Vierbeinern mehr bezahlen. Sie bekommen längst nicht jeden Tarif für einen bedrohlichen Hund. Die Produktgeber führen unterschiedliche Listen. Wichtig für Versicherungsnehmer ist es, sich die jeweiligen Versicherungsbedingungen genau anzuschauen beziehungsweise sich vom Makler erklären zu lassen. Am falschen Ende zu sparen, macht bei wichtigem Schutz keinen Sinn.