Versicherungsabschluss: So tickt die junge Zielgruppe

Anne Mareile Walter Berater Versicherungen

Versicherungsnehmer unter 35 unter der Lupe: Laut einer aktuellen Studie von Sirius Campus halten 81 Prozent der jungen Menschen Versicherungen für unverzichtbar. Haftpflicht-, Kfz-, Kranken- und Berufsunfähigkeitsversicherungen finden sie besonders wichtig.

Junge Menschen Bild: Adobe Stock/djile

Laut einer neuen Erhebung haben junge Menschen grundsätzlich eine positive Einstellung zu Versicherungen. Bild: Adobe Stock/djile

Versicherungen bei Berufsunfähigkeit, Haftpflicht-, Kfz- und Krankenversicherungen rangieren ganz weit oben: Sie empfinden viele junge Leute als unverzichtbar. Lebens-, Renten- und private Unfallversicherungen hingegen haben bei den 18- bis 35-Jährigen einen schlechteren Stand und werden als weniger notwendig betrachtet. Dies geht aus einer Erhebung des Sirius Campus Kundenmonitors Assekuranz hervor, bei der 2.000 Online-Interviews mit privaten Entscheidern und Mitentscheidern zu Versicherungen geführt wurden.

447 Menschen zwischen 18 und 35 Jahren nahmen an der Marktuntersuchung „Zielgruppe: Junge Leute“ im Oktober 2020 teil. Ein Ergebnis: 80 Prozent der möglichen Versicherungsnehmer unter 35 blicken trotz Corona und Wirtschaftskrise genauso positiv in die Zukunft wie dies 2017 der Fall war. Diese optimistische Sichtweise überträgt sich auch auf die Einstellung junger Leute zu Versicherungen. So sind 81 Prozent der Befragten der Ansicht, dass Versicherungen auch künftig unverzichtbar bleiben. Die Zukunftswahrnehmung älterer Menschen hingegen ist im Vergleich zu 2017 pessimistischer geworden

Eltern wirken Offenheit entgegen

Weitere Schlussfolgerungen aus der Analyse: Die 18- bis 25-Jährigen stehen vielen Versicherungsangeboten offen gegenüber, lassen sich in dieser Hinsicht jedoch häufig von ihren Eltern beraten – und das wirke oft ihrer grundsätzlichen Offenheit entgegen. Die 26- bis 30-Jährigen setzen ihre Offenheit gegenüber Produkt- und Betreuungsansätzen tatsächlich um und nehmen die Online-Kundenbetreuung häufiger in Anspruch als andere Altersgruppen. Und die 31- bis 35-Jährigen verhalten sich in Versicherungsfragen kompetenter als die etwas jüngere Generation: Ihre Versicherungsmentalität gleiche derjenigen der älteren Kunden. Somit liefert die Erhebung viele Impulse darüber, wie sich die nächste Generation von Versicherungsnehmern durch Agenturen, Makler oder Direktvertriebe gewinnen lässt.

Dabei unterscheiden sich die Vorstellungen von jungen und älteren Menschen, was den idealen Versicherer angeht, stark voneinander. Während sich die ältere Generation einen etablierten Konzern mit stabilen und günstigen Beiträgen sowie einer guten Erreichbarkeit vor Ort wünscht, setzen die Jüngeren auf digitale Services. Sie beschreiben den idealen Versicherer als persönlichen Begleiter und Vertrauten, der sich zusätzlich durch mehr Internationalität und Überregionalität auszeichnet. Zudem setzt die junge Generation auf günstige Einstiegspreise. Hinzu kommt: Sie besitzt deutlich weniger Versicherungsprodukte als die ältere Kundschaft – doch ihre Absicht, weitere Versicherungen abzuschließen, ist doppelt so hoch wie die der Gesamtbevölkerung.