Verkehrsrechtsschutz: Finanztest mit zweifelhaften Methoden

Detlef Pohl Versicherungen Top News

Bei Verkehrsunfällen geht es oft um viel Geld. Es gibt gute Gründe, warum Makler zumindest zum Baustein Verkehrsrechtsschutz raten sollten. Allerdings werden die Testkriterien im neuen Finanztest nicht ganz klar.

Verkehrsrechtsschutz nimmt Opfern bei Streit mit der gegnerischen Kfz-Versicherung das finanzielle Risiko. Bild: Pixabay/Sam Chen

Verkehrsrechtsschutz nimmt Opfern bei Streit mit der gegnerischen Kfz-Versicherung das finanzielle Risiko, informiert Finanztest. Bild: Pixabay/Sam Chen

Rechtsschutzversicherungen stehen derzeit hoch im Kurs. Von März bis Dezember 2020 haben durchschnittlich jeweils 158.000 Kunden die anwaltliche Telefon-Beratung ihres Rechtsschutzversicherers in Anspruch genommen, laut GDV-Zahlen ein Plus von 25 Prozent gegenüber durchschnittlichen Monaten.

Arag, Huk-Coburg und ADAC gehören zu den 2020 am häufigsten bei Google eingegebenen Suchanfragen zum Thema Rechtsschutz, ergab eine Studie der Digitalagentur Mediaworx. Insgesamt wächst der Rechtsschutz-Suchmarkt danach jedes Jahr im Schnitt um zehn Prozent. Bei der Kombination aus Versicherer-Marke und Verkehrsrechtsschutz gab es 2020 über 106.500 Anfragen, überwiegend zum ADAC (58.000), zur Huk-Gruppe (16.000) sowie zu Allianz und Arag (je rund 8.000). 

Allein im Jahr 2019 kamen vor deutschen Amts- und Landgerichten rund 160.000 Verkehrsunfallsachen über Haftung und Schadenersatz auf den Tisch, berichtet die Stiftung Warentest. Sie hat Hinweise zur Verkehrs-Rechtsschutzversicherung in der April-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest publiziert, die auch für Makler hilfreich sind.

Nützliche Police, aber viele Anbieter nicht beachtet

Policen-Inhaber müssten sich „keine Gedanken um Anwalts- und Gerichtskosten machen“, begründet Finanztest, und ordnet die Police als „nützlich“ ein. Schutz gebe es vielfach schon für weniger als 100 Euro Jahresbeitrag – bei einem Selbstbehalt des Kunden (SB) von 150 Euro pro Schadenfall. Finanztest rät zu diesem Selbstbehalt, weil der Jahresbeitrag sonst teils erheblich steigt. Die Begründung für 150 Euro SB ist allerdings fadenscheinig. Das hatte procontra bereits im Vorjahr kritisiert.

Es wurden auch nur 15 Angebote von 13 Anbietern getestet. Das erklärt sich aus der Test-Methodik. „Aus dem Dauertest von Rechtsschutzpaketen für die Lebensbereiche Privat, Beruf und Verkehr (PBV) wurden die Angebote, die mindestens das Qualitätsurteil ‚Gut' erreicht haben, ausgewählt und daraufhin untersucht, welchen Schutz sie als Einzelpolice nur für den Verkehrsrechtsschutz bieten“, schreibt Finanztest.

Dadurch fallen aber einige wichtige und häufig nachgefragte Anbieter durch das Test-Raster, insbesondere Arag, Roland, DEVK, KS Auxilia und Advocard.

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