Unfall mit Schiebetür: Wie viel Haftung liegt beim Betreiber?

Florian Burghardt Berater Recht & Haftung

Manchmal schließen automatische Schiebetüren so schnell, dass es zu Unfällen kommt. So auch im Fall einer 81-Jährigen. Ob und wann der Betreiber dafür haften muss, hatte das Oldenburger Landgericht zu entscheiden.

Manchmal schließen automatische Schiebetüren so schnell, dass es zu Unfällen kommt. Liegt dann ein Mitverschulden des Passanten vor? Bild: Adobe Stock/mirkomedia

Manchmal schließen automatische Schiebetüren so schnell, dass es zu Unfällen kommt. Liegt dann ein Mitverschulden des Passanten vor? Bild: Adobe Stock/mirkomedia

Eine damals 81-jährige Frau wollte an einem Bahnhof durch eine automatische Schiebetür durchqueren. Dabei schloss die Tür sich in einem ungünstigen Zeitpunkt, genau als die Frau hindurchtreten wollte. Dabei stürzte sie und erlitt eine Schenkelhalsfraktur, welche ärztlich behandelt werden musste. Vor dem Landgericht Oldenburg forderte die Frau Schadenersatz und Schmerzensgeld.

Das Gericht stimmte ihr weitestgehend zu (Entscheidung vom 23.02.2021; Az.: 4 O 2137/20). Der Hauptgrund dafür war, dass die Betreiberfirma des Bahnhofs eine solche automatische Schiebetür verwendete, die ihren Schließvorgang fortsetzt, obwohl sich eine Person im unmittelbaren Schließ- und damit Gefahrenbereich befindet. Zudem schließe die Tür so kräftig beziehungsweise schnell, dass zumindest ältere Menschen davon zu Fall gebracht werden können.

30 Prozent Mitverschulden

Der Unfall der Frau war auch deshalb zustande gekommen, weil der Bewegungsmelder der Tür die Frau nicht erkannt habe, da diese in einem sehr spitzen Winkel auf die Tür zugelaufen sei. Da es aber im Bereich des Möglichen liege, dass jemand in einem solchen Winkel auf die Tür zulaufe, um sie zu durchqueren, habe der Bahnhofsbetreiber seine Verkehrssicherungspflicht verletzt. Dies hätte aber leicht verhindert werden können. Entweder durch einen besseren Bewegungsmelder oder eine solche bauliche Umgestaltung des Eingangsbereichs, der das Zulaufen aus solch spitzem Winkel verhindert hätte.

Dennoch erkannte das Gericht ein 30-prozentiges Mitverschulden der Frau. Sie hätte ein genaueres Augenmerk auf die Tür haben müssen. In diesem Fall hätte sie festgestellt, dass sich die automatische Schiebetür gerade im Schließvorgang befand und hätte ihre Gehgeschwindigkeit verringern können.

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare