Private Altersvorsorge: Viele junge Menschen fordern Lösungen von der Politik

Florian Burghardt Berater

Vor allem junge Menschen wünschen sich konkretere Antworten vom Staat auf die Frage nach ihrer privaten Altersvorsorge. Laut einer Umfrage könnten die Rentenprogramme der Parteien für jeden zweiten Millennial wahlentscheidend sein.

Die Mehrheit der Millennials wünscht sich für ihre private Altersvorsorge konkrete Lösungen vom Staat. Bild: Adobe Stock/bodnarphoto

Die Mehrheit der Millennials wünscht sich für ihre private Altersvorsorge konkrete Lösungen vom Staat. Bild: Adobe Stock/bodnarphoto

Die SPD ist kürzlich vorgeprescht und hat einen Entwurf ihres Wahlprogramms vorgelegt. Beim Thema private Altersvorsorge haben die Genossen dabei ihr Engagement für die Einführung eines Standardprodukts erneuert. Damit könnten sie bei der Bundestagswahl im Herbst einige junge Wählerinnen und Wähler für sich gewinnen. Denn 57,4 Prozent von ihnen fordern von der Politik andere und konkretere Lösungen für die Altersvorsorge über die gesetzliche Rente hinaus. Bei den jungen Frauen (63,7 Prozent) ist der Anteil zudem höher als bei den jungen Männern (51,3 Prozent).

Diese Trends gehen aus der Studie „Altersvorsorge: Gefährdete Generation“ hervor, die die GfK im Auftrag der Generali Deutschland durchgeführt hat. Dafür wurden im vergangenen Jahr 1.012 Personen im Alter zwischen 18 und 32 Jahren befragt.

Gesetzliches Rentensystem ungerecht?

Neben den konkreten Lösungen fordern zudem 37,5 Prozent der Befragten, von der Politik besser über das Thema Altersvorsorge informiert zu werden. Mehr als zwei Drittel der jungen Menschen finden, dass ihre Generation zu wenig von der Politik beachtet wird. Das hängt auch damit zusammen, dass viele von ihnen nicht vor dem Jahr 2060 in Rente gehen werden. Konkret reichen für 75 Prozent von ihnen die derzeitigen Rentenprognosen nicht aus, die das zu erwartende Rentenniveau sowie die Höhe der GRV-Beiträge häufig bis 2030 beschreiben.

Jeder zweite Teilnehmer hält das gesetzliche Rentenversicherungssystem sogar für ungerecht. Viel in den Rententopf einzuzahlen und dafür selbst nur unzureichend im Alter abgesichert zu sein, sei ihrer Meinung nach nicht fair. Gerade einmal 0,5 Prozent der jungen Deutschen sprachen sich für eine Stärkung der gesetzlichen Rente aus. Jeder Vierte ist dagegen der Meinung, dass die Politik enger mit Versicherern und privaten Anbietern im Bereich der Altersvorsorge zusammenarbeiten sollte.

Als Fazit dieser Einschätzungen gaben zwei Drittel der Befragten an, dass die Rentenpolitik der Parteien Einfluss auf ihre Wahlentscheidung bei der Bundestagswahl haben wird. Mit Blick zurück auf die SPD zeigt sich aber, dass sie nicht zwingend mit jeder Jungwählerstimme rechnen kann. Denn während die Sozialdemokraten eine weitere Anhebung des gesetzlichen Renteneintrittsalters ablehnen, zeigen sich 44 Prozent der jungen Deutschen bereit dazu, für eine bessere Rente länger als bis 67 zu arbeiten.