Nullrunde: Mindestens 2021 wird die Rente nicht erhöht

Florian Burghardt Berater

Die Coronakrise bedingt, dass die West-Renten in diesem Jahr unverändert bleiben. Im Osten steigen sie nur aufgrund der gesetzlichen Angleichung leicht an. 2022 könnte eine weitere Nullrunde drohen und sogar Rentenkürzungen sind im Gespräch.

In diesem Jahr bleiben die Renten unverändert. 2022 könnte eine weitere Nullrunde drohen und sogar Rentenkürzungen sind im Gespräch. Bild: Adobe Stock/PhotographyByMK

In diesem Jahr bleiben die Renten unverändert. 2022 könnte eine weitere Nullrunde drohen und sogar Rentenkürzungen sind im Gespräch. Bild: Adobe Stock/PhotographyByMK

Die gesetzliche Rente in den alten Bundesländern wird zum Stichtag 01.07.2021 nicht angehoben. Der Rentenwert pro Entgeltpunkt verharrt dort demnach bei 34,19 Euro. In den neuen Bundesländern erfährt er zwar keine faktische Rentenerhöhung, klettert aufgrund der gesetzlich verankerten Rentenangleichung aber um 0,72 Prozent auf 33,47 Euro (97,9 Prozent des West-Niveaus). Das hat nun das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), beruhend auf den Daten des Statistischen Bundesamtes und der Deutschen Rentenversicherung Bund, mitgeteilt.

Großen Anteil an der Nullrunde hat die Coronakrise. Da die jährliche Rentenanpassung an die Entwicklung der Löhne und Gehälter aus dem Vorjahr gekoppelt ist, hatten sich die deutschen Rentnerinnen und Rentner im vergangenen Sommer noch über ordentliche Zuwächse (West: 3,45 Prozent; Ost: 4,20 Prozent) freuen können. Schließlich hatte es 2019 eine gute Lohnentwicklung gegeben.

In 2020 hatte diese jedoch unter anderem aufgrund von Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit -2,34 Prozent im Westen und -3,25 Prozent im Osten betragen. Da die gesetzlich verankerte Rentengarantie Rentenkürzungen verhindert, bleibt der Wert in den alten Bundesländern unverändert. Die leichte Erhöhung in den neuen Bundesländern fußt auf den im Rentenüberleitungs-Abschlussgesetz festgelegten Angleichungsschritten, obwohl der Wert, faktisch betrachtet, nicht hätte steigen dürfen.

Weitere Nullrunde und Rentenkürzungen in 2022?

Ob die Renten im Sommer 2022 wieder ordentlich steigen werden, ist unsicher. Denn vor dem Hintergrund eines gut zweimonatigen Lockdowns zu Jahresbeginn, weiterhin umfangreichen Einschränkungen für viele Branchen und schleppend verlaufenden Impfungen stehen die Weichen aktuell nicht gerade auf Lohnwachstum. Die Wirtschaftsweisen hatten in dieser Woche ihre Prognose des deutschen Wirtschaftswachstums für 2021 von ursprünglich 3,7 auf 3,1 Prozent gesenkt.

Der Rentenexperte Prof. Bernd Raffelhüschen (Uni Freiburg) hatte schon im vergangenen Jahr die Möglichkeit gefordert, die gesetzlichen Renten wieder kürzen zu können. Während Millionen Beschäftigte auf Lohn verzichten und ihre Jobs verlieren, sollten auch Rentner und Pensionäre ihren Beitrag zur Bewältigung der Krise leisten, so der Finanzwissenschaftler.