Neuer Bafin-Präsident steht fest

Florian Burghardt Panorama

Ein paar Wochen hat es gedauert, nun wurde offenbar ein Nachfolger für Felix Hufeld als Bafin-Präsident gefunden. Der neue Mann kommt aus der Schweiz und soll der deutschen Finanzaufsicht nach Wirecard und Greensill zurück aufs Pferd helfen.

Mark Branson ist aktuell noch Direktor der Schweizer Finanzaufsicht Finma. Noch in diesem Jahr soll er das Amt des Bafin-Präsidenten übernehmen. Bild: Finma

Mark Branson ist aktuell noch Direktor der Schweizer Finanzaufsicht Finma. Noch in diesem Jahr soll er das Amt des Bafin-Präsidenten übernehmen. Bild: Finma

Der neue Präsident für die deutsche Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) wurde anscheinend gefunden. Der oberste Geschäftsleiter der Schweizer Finanzmarktaufsicht Finma, Mark Branson, soll den Posten übernehmen. Zuerst hatte heute das Handelsblatt über die Pläne berichtet. Mittlerweile hat Bundesfinanzminister Olaf Scholz die Nominierung Bransons offiziell bestätigt.

Der 52-Jährige, der sowohl Schweizer als auch Britischer Staatsbürger ist, soll das Präsidentenamt der deutschen Aufsichtsbehörde so früh wie möglich antreten – spätestens jedoch am 01. August, heißt es. Er wird dann auf Felix Hufeld folgen, der nach sechs Jahren an der Spitze die Last von behördlichen Verfehlungen im Wirecard-Skandal nicht mehr schultern konnte.

Branson ist seit dem 01. April 2014 Direktor der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht. Nach einem Mathematik- und Management-Studium an der britischen Eliteuniversität Cambridge arbeitete er zunächst als Manager in der Bankenbranche, unter anderem bei der Credit Suisse Group und UBS. Seit 2010 ist er bei der Finma.

Erstes Echo von Bafin-Kritikern

Scholz sagte, er sei hocherfreut, dass mit Branson ein international hoch anerkannter Fachmann gewonnen werden konnte.Mit ihm an der Spitze wolle mandie Reform der Bafin fortsetzen, damit die Finanzaufsicht mehr Biss erhalte. Ein erstes Echo gab es auch von der Bürgerbewegung Finanzwende. Deren Vorstand und Bafin-Kritiker Gerhard Schick sagte:

„Hut ab! Da haben Olaf Scholz und Jörg Kukies einen erfahrenen Fachmann gewinnen können. Es ist gut, dass Herr Branson von außen kommt und Probleme lautstark thematisieren sowie engagiert angehen kann. Aber es liegt auch ein Mammutprojekt vor Herrn Branson. Er muss den oftmals schlafenden Riesen BaFin zu einem starken Wächter über die Finanzmärkte wandeln. Dazu müssen grundlegende Reformen umgesetzt werden. Und dafür braucht Mark Branson klare Rückendeckung aus Berlin, sonst wird das nicht gelingen.“