Makler-Studie: Unabhängig trotz Pool-Kooperation?

Detlef Pohl Berater Versicherungen Top News

Pools und Verbünde sind für nahezu jeden zweiten Makler unverzichtbar, zeigt eine neue Studie. Doch die Makler bleiben zugleich kritisch. Über die Hälfte vertraut jeweils nur ein bis zwei Pools. Unabhängigkeit ist den meisten sehr wichtig.

Makler arbeiten mit Pools sicher nicht wegen der Aussicht auf mehr Freizeit zusammen, können sich aber die Arbeit erleichtern, wenn Chancen und Risiken abgewogen werden. Bild: Pixabay/Vitali Kalasouski

Makler arbeiten mit Pools sicher nicht wegen der Aussicht auf mehr Freizeit zusammen, können sich aber die Arbeit erleichtern, wenn Chancen und Risiken abgewogen werden. Bild: Pixabay/Vitali Kalasouski

Der Umsatz von Maklern über Pools nimmt nach einem Rückgang im Jahr zuvor 2020 wieder leicht zu. So stiegen im Bereich Vorsorge/Leben die Geschäftsanteile über Pools gegenüber 2019 von 54 auf 57 Prozent. Im Bereich PKV ging es sogar von 55 auf 62 Prozent rauf, ohne den Rekordwert von 2018 wieder zu erreichen (66 Prozent). Das zeigt die Studie „Pools & Dienstleister 2021“ der BBG-Betriebsberatung unter 702 Maklern.

Demnach war das Geschäftsjahr 2018 bislang der Umsatzhöhepunkt von Maklern über Pools und Verbünde. Lediglich bei Finanzanlagen und Finanzierungen wurde 2020 ein neuer Rekord mit 74 Prozent Geschäftsanteilen der Makler über Pools gemeldet (2017: 72 Prozent).

Satte 87 Prozent der Befragten kooperieren mit Pools, ein leichter Rückgang um 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Weitere 19,1 Prozent (+ 6,5 Prozent) arbeiten mit Verbünden zusammen (wirtschaftliche Interessenvertretung) sowie 14,5 Prozent (+ 1,9 Prozent) mit Servicegesellschaften, die Software, Rahmenabkommen, Rechtshilfen und Research bieten, aber keine Einreichung von Geschäft, wobei Mehrfachnennungen erlaubt waren. Die Geschäftsmodelle ähneln sich aber immer mehr.

Jeder Makler hat im Schnitt 2,5 Poolanbindungen

Vermittler haben durchschnittlich weiterhin 2,5 Poolanbindungen. Dieser Wert ist seit 2014 (2,7) nahezu stabil. Sie arbeiten im Schnitt seit 13,4 Jahren regelmäßig mit Pools und Diensteistern zusammen. Fast 29 Prozent kooperieren lediglich mit einem Pool, knapp 32 Prozent mit je zwei Pools zusammen und fast 22 Prozent mit drei Pools.

Das meiste Geschäft ging 2020 laut Studie in den drei Bereichen Vorsorge, Kranken und Sach/HUK an Fonds Finanz vor VEMA und blau direkt. Lediglich im Bereich Finanzanlage/Finanzierung, wo Fonds Finanz ebenfalls vorn liegt, schoben sich die BCA/Bank für Vermögensanlagen und Fondskonzept auf die Medaillenränge.

Die unabhängigen Vermittler kooperieren vor allem, um ihre Unabhängigkeit zu bewahren, geben 43 Prozent an (2019: 46 Prozent). Jeweils knapp 30 Prozent schätzen die Entlastung im Back-Office bei administrativen Prozessen, einfache Antragsprozesse und Policierung sowie die hohe Produktbreite aus einer Hand (Mehrfachnennungen erlaubt).

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