Impfschäden: Was Unfallversicherungen wirklich leisten

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Die Corona-Pandemie mit den anlaufenden Schutzimpfungen holt Unfallpolicen aus der Versenkung und ruft Makler und Versicherer auf den Plan. Es geht um die Abdeckung etwaiger Impfschäden. Doch was gibt das Kleingedruckte in den Tarifen hier tatsächlich her?

Inwiefern leisten Unfallversicherungen auch beim Thema Covid-19? Bild: Adobe Stock/insta_photos

Inwiefern leisten Unfallversicherungen auch beim Thema Covid-19? Bild: Adobe Stock/insta_photos

Policen auf dem Pandemieprüfstand. Das gab es in letzter Zeit wiederholt, jetzt also Unfallversicherungen. Inwiefern decken sie etwaige Impfschäden, namentlich auch beim Thema Covid-19, ab? Das treibt derzeit viele Makler um, vorrangig mit Blick auf die Bestandskundschaft. „Hier erreichen uns immer wieder Anfragen zum Einschluss von Impfschäden“, so Thomas Paufler, Experte für Unfallversicherungen bei der R+V. „Wir bieten an, die betreffenden Verträge auf die aktuellen Tarife und Bedingungen umzustellen.“ Das dürfte allerdings nicht bei jeder Gesellschaft klappen. Denn etablierter Marktstandard ist der Versicherungsschutz für Impfschäden noch nicht.

Sonst hätte er es in die GDV-Musterbedingungen für Unfallversicherungen geschafft. Dort sind jedoch „Gesundheitsschädigungen durch Heilbehandlungen und sonstige Eingriffe am Körper der versicherten Person vom Versicherungsschutz ausgeschlossen. Dazu gehören auch Impfschäden“, verweist eine Verbandssprecherin auf die aktuellen Muster-AUB, Ziffer 5.2.3.

Allerdings ist das der Stand 2014. Inzwischen hat sich die Versicherungswelt weitergedreht und Anbieter setzen im Kleingedruckten Impfschäden teils einem Unfall gleich. Teils ist der Versicherungsschutz begrenzt auf bestimmte Impfungen wie beispielsweise Tollwut, teils geht er aber auch darüber hinaus. Einer eventuellen Marktentwicklung hin zu Deckungserweiterungen folgen die GDV-Musterbedingungen nur zeitverzögert, räumt der Verband ein. Die konkrete Ausgestaltung und „vor allem, welche konkreten Impfungen unter den Versicherungsschutz fallen“, sei daher immer unternehmensindividuell zu klären.

Klare Ansage

„Namentlich decken bislang nur wenige Anbieter das Risiko von SARS-CoV-2-Schutzimpfungen ab – Stand 1.März 2021: Waldenburger, Volkswohl Bund, prokundo sowie ganz neu Interrisk“, konstatiert Versicherungsberater Hans-Hermann Lüschen, Betreiber der Vergleichsplattform Versnavi – Das Original. Rund 2.200 Unfalltarife ab 2017 von 171 Versicherern hat die Online-Plattform in diesem Punkt bisher durchleuchtet.

Klares Ja oder klares Nein. Das geht mit der abschließenden Aufzählung der versicherten Infektionen bzw. Schutzimpfungen im Kleingedruckten Hand in Hand. Beim HDI deshalb ein klares Nein, was die Covid-19-Schutzimpfung betrifft. Vorerst. Man wolle die Entwicklung abwarten und prüfen, heißt es weiter auf Nachfrage. Wie HDI, der Versicherungsschutz für definierte Infektionen, respektive Schutzimpfungen über eine Infektionsklausel anbietet, handhaben es auch weitere Gesellschaften.

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