Immobilienfinanzierung: Für Jüngere wird es immer schwieriger

Anne Mareile Walter Sachwerte

Eine Studie der Interhyp AG kommt zu dem Schluss: Eigenheimbesitzer müssen sich bei der Immobilienfinanzierung immer mehr von Freunden und Familie unter die Arme greifen lassen. Auf staatliche Fördermittel setzen nur wenige.

Immobilienkauf Bild: Adobe Stock/Peakstock

Um den Traum von den eigenen vier Wänden zu realisieren, greifen immer mehr Menschen auf private Unterstützung zurück. Bild: Adobe Stock/Peakstock

Der Traum von den eigenen vier Wänden wird für einen Großteil der Bevölkerung immer schwieriger zu realisieren. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, für die die Interhyp AG insgesamt 3.353 Immobilienbesitzer befragen ließ. „Immobilienbesitz wird zur Gerechtigkeitsfrage und ist immer stärker abhängig von der Familie“, erklärte Jörg Utecht, Vorstandsvorsitzender der Interhyp Gruppe, auf einer Pressekonferenz zum Geschäftsjahr 2020. Große Teile der Gesellschaft würden mittlerweile vom eigenen Immobilienbesitz ausgeschlossen. Diese Situation verschärfe sich noch durch die anfallenden Kaufnebenkosten, die aus eigener Tasche bezahlt werden müssen.

Ein Viertel der Privatkreditnehmer hatte in der Analyse angegeben, dass es die Immobilienfinanzierung ohne Unterstützung aus dem privaten Umfeld nicht hätten stemmen können. 79 Prozent der Befragten, die im vergangenen Jahr eine Immobilie finanzierten, nahmen zu diesem Zweck ein Bankdarlehen auf, 51 Prozent griffen auf Ersparnisse zurück und 29 Prozent beanspruchten die Hilfe von Freunden oder Familie. Staatliche Fördermittel spielten bei der Finanzierung nur eine untergeordnete Rolle: So hätten 89 Prozent der Umfrageteilnehmer auch ohne staatliche Förderung gekauft, lediglich elf Prozent konnten sich den Kauf ohne Geld aus der Staatskasse nicht vorstellen. Dabei sind 55 Prozent der Umfrageteilnehmer grundsätzlich der Ansicht, dass es immer größere Hürden beim Erwerb von Wohneigentum gebe. „Besonders für junge Menschen ist es wichtig, dass man ihnen beim Immobilienkauf finanziell unter die Arme greift“, sagte Utecht und appellierte angesichts des Ende März 2021 auslaufenden Baukindergeldes an den Staat, den Wohneigentumserwerb auch künftig gezielt zu unterstützen. 

Kaufnebenkosten werden zum Problem

Ein Problem seien in dem Zusammenhang auch die anfallenden Kaufnebenkosten, sie würden häufig mehr als zehn Prozent des Kaufpreises betragen. „Das ist eindeutig zu hoch, denn diese Kosten sind auch auf einen Schlag fällig“, machte Utecht deutlich. Hinzu komme, dass die Nebenkosten aus eigenen Mitteln bezahlt werden müssten: „Das ist für viele Menschen eine Hürde.“

Obwohl die Immobilienpreise insbesondere in den Städten seit Jahren nur eine Richtung kennen, sieht Utecht bislang keine Anzeichen für eine Immobilienblase. „Wir bemerken keine laxe Kreditvergabe an Kunden.“ Zudem würden Darlehensnehmer ihr Eigenheim auch weiterhin solide und mit Augenmaß finanzieren.

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