Hallesche bietet bald betriebliche Pflegeversicherung

Florian Burghardt Versicherungen

Der Alte Leipziger – Hallesche-Konzern will schon kommende Woche sein bKV-Engagement ausweiten. In der BU-Versicherung blicke man auf ein wachstumsreiches Jahr zurück und spüre bei garantielosen LV-Produkten den „Allianz-Effekt“, hieß es beim heutigen Jahrespressegespräch.

Die Alte Leipziger – Hallesche will schon kommende Woche ihre betriebliche Pflegezusatzversicherung auf den Markt bringen. Bild: Alte Leipziger – Hallesche

Die Alte Leipziger – Hallesche will schon kommende Woche ihre betriebliche Pflegezusatzversicherung auf den Markt bringen. Bild: Alte Leipziger – Hallesche

Der Markt für betriebliche Pflegeversicherung ist noch sehr klein. Doch schon in einer Woche will sich die Hallesche Krankenversicherung unter die Anbieter gesellen. „Am 01. April werden wir mit einem neuen bKV-Produkt an den Start gehen. Es handelt sich dabei um eine betriebliche Pflegezusatzversicherung“, sagte Frank Kettnaker, im Vorstand verantwortlich für Marketing und Vertrieb, heute beim digitalen Jahrespressegespräch des Alte Leipziger – Hallesche-Konzerns (ALH). Details wolle man aber erst nächste Woche preisgeben.

Im Privatkundenbereich sei die Nachfrage nach zusätzlicher Pflegeabsicherung schwer zu entfachen, so Kettnaker, unter Gewerbekunden sehe man aber gute Chancen. Damit würde die ALH-Gruppe in eine Kerbe schlagen, die immer häufiger als Sparte mit großer Zukunft bezeichnet wird. Denn die Eigenanteile an den Pflegekosten steigen immer weiter und haben jüngst auch den Bundesgesundheitsminister auf den Plan gerufen. Aus dem Wirtschaftsflügel von CDU/CSU war bereits im letzten Jahr der Ruf nach einer verpflichtenden Pflegezusatzversicherung für alle Arbeitnehmer laut geworden. Als Vorbild diene dabei das „CareFlex Chemie“-Konsortialprodukt für alle tarifvertraglich Beschäftigten der Chemiebranche.

Alte Leipziger spürt „Allianz-Effekt“

Das bKV-Geschäft sei in 2020 um 43 Prozent gewachsen. Insgesamt blickt die ALH-Gruppe auf ein Plus von 3,5 Prozent bei den Beitragseinnahmen zurück, die damit 4,9 Milliarden Euro betrugen. Großen Anteil daran hatte die Lebensversicherung, deren gebuchte Bruttoprämien um 3,8 Prozent auf 2,775 Milliarden Euro anstiegen. Vor allem die Berufsunfähigkeitsversicherung wurde deutlich stärker nachgefragt. Hier wuchs die Anzahl der Neuverträge gegenüber 2019 um 42 Prozent.

Mit Bick auf das erste Quartal 2021 bestätigte Lebensversicherungsvorstand Dr. Jürgen Bierbaum auf procontra-Nachfrage einen „Allianz-Effekt“ beim Geschäft mit privaten Altersvorsorgeprodukten ohne 100-prozentige Beitragsgarantie. Der Marktführer in der Lebensversicherung hatte sich vergangenen Herbst vom vollständigen Beitragserhalt verabschiedet. Zwar betonte Bierbaum, dass die Alte Leipziger schon seit Jahren auf verminderte Garantiemodelle setze und die Kunden dies bereits mehrheitlich annähmen. Jedoch habe man seit Jahresbeginn schon eine Bewusstseinsänderung bemerkt, ausgedrückt durch steigende Nachfrage in diesem Bereich.