Diese Insurtechs verbuchten die höchsten Beitragseinnahmen

Martin Thaler Digital Versicherungen Top News Meistgeklickt

Bei Wefox arbeite man derzeit an einer Finanzierungsrunde in Höhe von 250 Millionen Dollar, berichten diverse Medien. Das Rostocker Versicherungs-Startup Hepster, das seine Fahrradversicherungen mittlerweile auch über Maklerpools anbietet holte sich jüngst von Investoren rund acht Millionen Euro, das Heidelberger Unternehmen Getsafe 25 Millionen Euro. Eine weitere Investitionsrunde in Höhe von 50 bis 75 Millionen Euro sei zudem für dieses Jahr geplant, erklärte das Unternehmen vor kurzer Zeit. Da das Unternehmen derzeit auf eine Lizenz der Bafin wartet, um selbst als Versicherer tätig werden zu können, dürfte das zusätzliche Kapital nötig werden, um die neuen Eigenmittelanforderungen der Bafin erfüllen zu können.  

Den erfolgreichen Investitionsrunden standen im vergangenen Jahr jedoch auch einige aufsehenerregende Pleiten gegenüber: Neben dem Check24-Herausforderer Joonko hatte auch das Insurtech Getsurance, Anbieter einer digitalen BU-Police, die Schotten dichtmachen müssen und wurde mittlerweile von der Nürnberger Versicherung übernommen.  

Die Antwort der Bundesregierung unterstreicht dabei, dass die Beitragseinnahmen der sechs von der Bafin als Insurtechs gewerteten Neo-Versicherer überschaubar ist. Insgesamt kamen die sechs Unternehmen 2020 nur auf Bruttobeitragseinnahmen in Höhe von 25 Millionen Euro.  

Diese verteilten sich wie folgt:

UnternehmenBruttobeitragseinnahmen 2020 in Euro
ottonova Krankenversicherung AG9.029.179
Element Insurance AG6.837.093
Neodigital5.655.521
Coya AG2.002.031
andsafe Aktiengesellschaft1.191.536
mailo Versicherung AG440.441

Vergleicht man diese Zahlen mit den Geschäftsberichten für das Jahr 2019, können zumindest einige der neuen Versicherer deutliche Beitragszuwächse verzeichnen. Beispiel Neodigital: Das Neunkirchener Unternehmen verbuchte 2019 Bruttobeitragseinnahmen von knapp 1,89 Millionen Euro - laut Bafin-Zahlen bedeutet das im vergangenen Jahr ein Steigerung um fast 200 Prozent. Auch bei Ottonova konnten die Beitragseinnahmen (2019: 3,5 Millionen Euro) deutlich gesteigert werden.

Gleichzeitig sind die Unternehmen mit hohen Kosten konfrontiert. Beim Berliner Versicherer Coya steht ein Verlust von 15 Millionen Euro in den Büchern, bei Ottonova belief sich das Minus auf 2,35 Millionen Euro. Laut Versicherern sind diese Verluste eingeplant und gehen auf die Kosten für IT oder Produkteinführungen in den Markt zurück. Sie unterstreichen aber auch, wie abhängig die jungen Versicherer von Investorengeldern sind - und diese investieren nur, wenn dem jeweiligen Geschäftsmodell auch Potential zugebilligt wird.

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