Diese Insurtechs verbuchten die höchsten Beitragseinnahmen

Martin Thaler Digital Versicherungen Top News Meistgeklickt

Die Bafin verlangt höhere Eigenkapitalanforderungen von jungen Insurtechs mit Versichererlizenz. In einer Anfrage der FDP zum Thema lieferte die Bundesregierung unter anderem auch einen Einblick in die Einkommenssituation der Unternehmen.

Insurtech Beitragseinnahmen Bild: Pixabay/Alexas_Fotos

Welches Insurtech konnte 2020 die höchsten Beitragseinnahmen verbuchen? Bild: Pixabay/Alexas_Fotos

„Aller Anfang ist teuer“ – unter diesem Titel veröffentlichte die deutsche Finanzaufsicht Bafin in ihrem hauseigenen Journal im Januar einen Artikel, in dem sie neue, höhere Eigenmittelanforderungen für neugegründete Digitalversicherer ankündigte: Eine Lizenz solle künftig nur noch dann erteilt werden, wenn das Unternehmen am Tag des Lizenzantrages eine vollständige Ausfinanzierung vorweisen kann.   Schließlich sei die Gründungsphase für junge Insurtechs schwierig, argumentierte die Bafin – hohen Ausgaben für den Aufbau eines IT-Systems stünden in der Regel lediglich geringe Prämieneinnahmen gegenüber, die eigenen Gewinnprognosen fielen zudem meist viel zu rosig aus. Um die Kunden der jungen Versicherer besser zu schützen, seien die neuen Eigenmittelanforderungen deshalb geboten, lautete die Schlussfolgerung der Finanzaufsicht.  

Kritik an dieser Entscheidung blieb nicht aus. GDV-Geschäftsführer Jörg Asmussen warnte davor, mit solchen Sonderregeln Innovationen aus Deutschland zu vertreiben, beim Digitalverband Bitkom stieß man argumentativ ins selbe Horn. „Die geplanten Hürden für Insurtechs schaden dem Startup-Standort Deutschland und treiben Innovationen ins Ausland“, monierte Bitkom-Präsident Achim Berg.

FDP mit Sorgen um Insurtechs

Auch bei der FDP schien man sich um die Zukunft des Insurtech-Standortes Deutschland zu sorgen und stellte eine entsprechende Anfrage an den Deutschen Bundestag, für die nun eine Antwort vorliegt. In dieser rechtfertigte die Bundesregierung die Entscheidung ihrer Behörde und ließ nicht erkennen, von dieser in Zukunft abweichen zu wollen: „Die Bafin hat in der letzten Zeit bei neu zugelassenen Unternehmen verstärkt beobachtet, dass sie ihre Ergebnisprognosen erheblich verfehlen. Insbesondere entstehen deutlich höhere Kosten als geplant“, heißt es.

In einigen Fällen würde das vorhandene Kapital nur für wenige Monate reichen, der Bedarf an kurzfristigen Nachfinanzierungen sei damit groß. Diese seien – auch aufgrund der Corona-Pandemie – jedoch zum Teil nicht wie geplant zu realisieren. „Damit steigt die Gefahr, dass die Unternehmen nicht mehr die aufsichtsrechtliche Mindestkapitalanforderung erfüllen und nicht fristgerecht wieder erfüllen werden können mit der Folge, dass die Bafin die Versicherungslizenz entziehen müsste.“  

Laut der Unternehmensberatung Willis Towers Watson sind die Insurtech-Investitionen zuletzt aber wieder deutlich angestiegen. Nach einer kurzen Flaute zu Beginn des vergangenen Jahres seien im weiteren Jahresverlauf international deutlich mehr Insurtech-Deals vereinbart worden, bei den Investitionssummen befinde sich man auf Rekordkurs. Auch in Deutschland waren zuletzt einige aufsehenerregende Finanzierungen bekanntgegeben worden bzw. stehen angeblich unmittelbar bevor.  

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