Debeka: PKV-Beitragserhöhungen bleiben Thema

Florian Burghardt Versicherungen

Die Debeka ist 2020 gut durch die Coronakrise gekommen, vor allem dank der privaten Krankenversicherung. Jedoch gebe es Klagen auf Rückerstattung von Mehrbeiträgen. Diese seien für die Versicherten aber mit mehreren Nachteilen verbunden.

Die Debeka ist 2020 gut durch die Coronakrise gekommen. Die seit Januar greifenden Beitragserhöhungen in der PKV sorgen aber noch für Unstimmigkeiten. Bild: Debeka

Die Debeka ist 2020 gut durch die Coronakrise gekommen. Die seit Januar greifenden Beitragserhöhungen in der PKV sorgen aber noch für Unstimmigkeiten. Bild: Debeka

Die Debeka ist der größte private Krankenversicherer auf dem deutschen Markt. Mehr als jeder vierte der insgesamt 8,7 Millionen privat Krankenvollversicherten hierzulande hat seine Police bei dem Koblenzer Unternehmen. Ende 2020 waren es 2,47 Millionen Vollversicherte, rund 34.000 mehr als im Vorjahr. Zusammen mit den Zusatzversicherten konnte der Krankenversicherungsverein im vergangenen Jahr sogar sein fünfmillionstes Mitglied begrüßen. Zudem hat die Debeka mit rund fünf Milliarden Euro ein Sechstel der gesamten PKV-Leistungen des Jahres getragen.

Demgegenüber stand ein Beitragsplus von fünf Prozent auf insgesamt 6,6 Milliarden Euro in der Krankenversicherung. Im Jahr 2021 wird sich dieser Posten voraussichtlich noch einmal deutlich steigern, denn die Debeka hat zum Jahresbeginn die Beiträge aller ihrer Versicherten um durchschnittlich 17,6 Prozent erhöht.

Gesetzgeber zur Neuregelung aufgefordert

„Das ist bezogen auf ein Jahr sicher viel, relativiert sich aber, wenn man einen Langfristvergleich anstellt“, erklärte Annabritta Biederbick, im Debeka-Vorstand zuständig für die Krankenversicherung, heute auf der Jahrespressekonferenz des Marktführers. So seien die Beiträge langjähriger Debeka-Mitglieder in den letzten 20 Jahren durchschnittlich um knapp unter drei Prozent und damit auf dem Niveau der GKV gestiegen. Zudem waren der breiten Erhöhung im Januar vier Jahre mit weitgehend stabilen Beiträgen vorausgegangen.

Die privaten Krankenversicherer dürfen ihre Beiträge aufgrund von gesetzlichen Vorgaben erst anpassen, wenn Leistungsausgaben oder Sterbewahrscheinlichkeit um fünf Prozent oder zehn Prozent von der ursprünglichen Kalkulation abweichen. Die notwendigen Erhöhungen „stauen“ sich regelrecht auf und treffen die Versicherten irgendwann mit einem größeren Sprung. Eine Vorgabe, die man beim Koblenzer Versicherer schon lange anprangert. „Die PKV-Branche und auch wir haben den Gesetzgeber frühzeitig aufgefordert, die starren Kalkulationsvorschriften an die tatsächlichen Entwicklungen anzupassen, um eine stetigere und maßvollere Beitragsentwicklung ohne derartige ‚Sprünge‘ zu erreichen. Leider kam es bisher nicht zu einer entsprechenden Regelung“, so Biederbick.

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